Neustadt-Glewe: Ohne Baugenehmigung gebohrt : Rohrbruch: ZkWAL will Schadenersatz

Hier wurde die Hauptwasserleitung angebohrt.zkwal
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Hier wurde die Hauptwasserleitung angebohrt.zkwal

Weil der Zweckverband ZkWAL bereits in den neunziger Jahren bei der Sanierung des Stadtkerns eine Ringleitung gebaut hat, sind rund 5000 Menschen von einem längeren Ausfall der Wasserversorgung verschont geblieben.

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12. Mai 2011, 06:24 Uhr

neustadt-glewe | Weil der Zweckverband ZkWAL bereits in den neunziger Jahren bei der Sanierung des Stadtkerns eine Ringleitung in Neustadt-Glewe gebaut hat, sind rund 5000 Menschen in der Lewitzstadt und umliegenden Dörfern von einem längeren Ausfall der Wasserversorgung verschont geblieben. Davon ist Verbands-Geschäftsführer Stefan Lange überzeugt.

In Neustadt-Glewe wird gegenwärtig der Pennymarkt erweitert. Bei Gründungsarbeiten wurde eine 250 Millimeter starke Hauptwasserleitung angebohrt. Hintergrund: Für die Erweiterung des Penny-Marktes gibt es eine Baugenehmigung, nach der bereits gebaut werden darf. Allerdings befindet sich nach Auskunft der Genehmigungsbehörde beim Landkreis noch ein Änderungsverfahren in der Bearbeitung, das den bereits genehmigten Grundriss erweitern soll. Der Rohrbruch betrifft diesen Teil des Vorhabens. Mit anderen Worten: An der betreffenden Stelle durfte noch gar nicht gebohrt werden!

Ringleitung erwies sich als Retter im Ernstfall

Die Havarie geschah am 3. Mai um 9.23 Uhr. Um 9.59 Uhr war laut ZkWAL die Versorgung wieder hergestellt. "Das konnte nur geschehen, weil wir diese Ringleitung haben, die vom Lederwerksgelände unter der Elde hindurch in Richtung Goetheallee führt", erklärt Stefan Lange. Nach Umschiebearbeiten konnte das Wasser wieder fließen. Lange rechnet damit, dass ansonsten Teile der Neustädter Altstadt, Hohes Feld, Hohewisch, Kronskamp, Wöbbelin, Fahrbinde, Neu Lüblow und Lüblow rund zwölf Stunden auf dem Trockenen gesessen hätten. Trinkwassermeister Sylvio Wandschneider: "In solchen Fällen müssen wir Ersatzteile direkt ab Werk anfordern. Das kostet natürlich auch Zeit." Nach Schätzungen sind in den etwa 45 Minuten rund 400 Kubikmeter Wasser weggeflossen. Lange betont die Vorzüge der Ringleitung auch deshalb, weil die Verbandsversammlung im Januar den Bau einer Wasserleitung von Kummer nach Göhlen abgelehnt hatte, die ebenfalls einen Ring schließen würde.

Nachwehen der Havarie bis heute zu spüren

In der ZkWAL-Verwaltung herrschte während der Havarie Alarmstimmung. Die Dienstberatung wurde unterbrochen, alle Mitarbeiter waren zwei Stunden damit beschäftigt, die Auswirkungen des Rohrbruchs abzufedern. Trotzdem sind Nachwehen noch heute zu spüren, denn der Vorfall hatte einen Druckabfall im gesamten Versorgungsgebiet zur Folge.

Unterdessen ist die Ursachenforschung im Gange. Für den 17. Mai ist eine Zusammenkunft beim Zweckverband anberaumt, auf der Klärung erwartet wird. Der Bau leitende Architekt Dirk Kaschig aus Ludwigslust wollte sich zu der Problematik nicht äußern und verwies auf die ungeklärte Schuldfrage. Für ZkWAL-Geschäftsführer Stefan Lange ist eine Sache klar: Der Verband fordert den Ersatz des Schadens in Höhe von 3800 Euro.

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