Robben erfrieren, weil die Ostsee zu warm ist

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10. März 2008, 08:47 Uhr

Stralsund - Hunderte Ringelrobben-Babys sind in der Ostsee wegen der ungewöhnlich geringen Eisbedeckung in akuter Lebensgefahr. „Weil das Eis zu schnell schmilzt, müssen die Jungtiere ins kalte Wasser, bevor sie eine robuste Fettschicht angesetzt haben. Dort verhungern und erfrieren sie qualvoll“, sagte Cathrin Münster von der Umweltstiftung WWF in Stralsund. „In einigen Regionen wird vielleicht kein einziges der Robbenbabys überleben.“

Besonders betroffen seien die Robben vor der Südwestküste Finnlands, im Golf von Finnland und im Golf von Riga. Auch in ihrem Hauptverbreitungsgebiet, dem Bottnischen Meerbusen zwischen Schweden und Finnland, sei die Eisdecke kleiner und dünner. Ostsee-Ringelrobben bekommen ihren Nachwuchs im Februar und März. Sie sind auf das Packeis angewiesen, um Schneehöhlen zu bauen, in denen sie die Babys aufziehen.

Der diesjährige Winter gilt dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zufolge als der eisärmste in der Ostsee seit 1720. Nach WWF-Angaben gibt es nur noch 7000 bis 10 000 Ostsee-Ringelrobben. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es rund 180 000. Sie stehen deshalb auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere.

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