Drei Kreise wollen Betreuung in eigener Regie : Ringen um Hartz-IV-Bezieher

Um die Betreuung von Hartz-IV-Beziehern ist in MV ein Tauziehen entbrannt. Drei Kreisverwaltungen wollen von 2012 an die Arbeitslosengeld-II- Empfänger betreuen, fördern und in Arbeit vermitteln.

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05. Dezember 2010, 06:44 Uhr

Schwerin | Bisher tut dies in MV nur der Kreis Ostvorpommern. In den anderen Regionen gibt es Arbeitsgemeinschaften (Argen) aus Arbeitsverwaltung und Kommunen. Jürgen Goecke, Chef der Landesagentur für Arbeit, warnte vor den Hürden einer Umstellung: "Die Umstellung ist eine große Herausforderung."

Die Kreistage entscheiden am Mittwoch in Mecklenburg-Strelitz, am Donnerstag in Ludwigslust und am 20. Dezember in Nordvorpommern, ob sich die jeweiligen Landkreise beim Bund als sogenannte Optionskommune bewerben. Landkreistag-Geschäftsführer Jan-Peter Schröder hält die Landkreise für die Richtigen, um die Hartz-IV-Bezieher besser als die Argen zu betreuen. "Die Landkreise haben eine hohe Kompetenz im Bereich Soziales, Fortbildung, Jugendhilfe", sagte er.

In MV können maximal zwei weitere Landkreise neben Ostvorpommern das Optionsmodell wählen, das hat der Bund zugestanden. Bis Jahresende müssen die Bewerbungen eingehen. Mit der Kreisreform im September 2011 könnte sich aber ein Problem ergeben, auf das Goecke hinwies: Wenn z. B. Ludwigslust in eigener Regie die Harz-IV-Bezieher betreut und mit dem Kreis Parchim zusammengeht, der vielleicht am bisherigen Modell der Arbeitsgemeinschaft festhalten will, müssten sich beide einig werden. Sollten sie sich für die Arge entscheiden, müsste der Datentransfer erneut abgewickelt werden, warnte Goecke. In MV gibt es 75 000 Arbeitslose, die Hartz IV beziehen. Rechnet man die Angehörigen sowie die Aufstocker und deren Angehörige mit ein, sind 230 000 Menschen auf diese Sozialhilfe angewiesen.

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