Riesiger Andrang bei Wahlparty in Deutschland

Eine Miniatur-Freiheitsstatue steht in der Bucerius Law School in Hamburg anlässlich einer Party zur USA-Präsidentschaftswahl. Das amerikanische Generalkonsulat und die Hochschule haben Interessierte zu einem gemeinsamen Verfolgen der Präsidentschaftswahl in den USA eingeladen. Foto: ddp
Eine Miniatur-Freiheitsstatue steht in der Bucerius Law School in Hamburg anlässlich einer Party zur USA-Präsidentschaftswahl. Das amerikanische Generalkonsulat und die Hochschule haben Interessierte zu einem gemeinsamen Verfolgen der Präsidentschaftswahl in den USA eingeladen. Foto: ddp

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05. November 2008, 07:37 Uhr

Hamburg/Berlin/Rostock - Bei der Wahlparty des amerikanischen Konsulats in Hamburg herrschte am Dienstagabend riesiger Andrang. Lange vor Bekanntwerden der ersten Ergebnisse waren schon über 1000 Gäste in die Bucerius Law School gekommen. Gegen 22.30 Uhr warteten noch rund 600 Menschen vor den Türen auf Einlass, schätzte Klaus Weber von der Bucerius Law School.

Auf den Fluren und den Sälen der Universität herrschte amerikanische Lebensart: Whiskey-Glas und Popcorn-Tüte in den Händen balancierend, diskutieren deutsche Studenten mit Amerikanern über US- Politik, untermalt von Country-Musik einer Liveband.

Für welchen Kandidaten das Herz der Deutschen schlägt, lassen die Buttons an den Hemdkragen der Besucher erkennen, der Stand mit den Wahlkampfaufklebern dient als Stimmungsbarometer. „Haben Sie noch Obama-Buttons?“, will ein Student wissen. „Die waren sofort weg“, verneint Christine Schaffer vom Hamburger US-Generalkonsulat. „Aber McCain und Palin könnte ich noch anbieten“, ruft sie.

Hula-Tänze und Hotdogs - Gedränge bei Wahlpartys in Berlin
Hula-Tänzer schaukelten vor der Bühne mit den Hüften. Dann kamen auf der Leinwand die Ergebnisse - und der erste Jubel. „Sieh mit uns die Sonne aufgehen", das war das Motto der Anhänger von Barack Obama, die in der Nacht zum Mittwoch im Kino Babylon in Berlin feierten. Die Party platzte aus allen Nähten. "Sorry no tickets" stand am Eingang. Hunderte verlegten die US- Wahlnacht in andere Kneipen oder auf die Straße und hielten sich mit Glühwein warm. "Vermont hat er!", war als erste frohe Botschaft von den Anhängern des Demokraten zu hören. Diese waren in der Berliner Wahlnacht sichtbar in der Mehrheit.

Etwa 50 Helfer waren für die "Auslands-Demokraten" im Wahlkampf in der Hauptstadt im Einsatz, erzählte ihr Sprecher Jerry Gerber, der bis sechs Uhr morgens wach bleiben wollte. Im Sommer waren 200 000 Menschen zur Siegessäule geströmt, wo Obama seine einzige Rede in Europa hielt. Die Begeisterung für den möglicherweise ersten schwarzen US-Präsidenten war überall in Berlin zu spüren. Selbst Ex- Botschafter John Kornblum wollte da nicht diplomatisch sein. “Ich persönlich möchte, dass er gewinnt", sagte Kornblum bei der Party in der Bertelsmann-Repräsentanz Unter den Linden.

Dort roch es nach Popcorn, es gab Hotdogs und Pappaufsteller von John McCain und Obama, neben denen sich die Besucher fotografieren lassen konnten. Im Gewühl vertrieben sich Politiker wie Reinhard Bütikofer, Claudia Roth und Laurenz Meyer die Zeit, auch Filmemacher wie Bernd Eichinger und Volker Schlöndorff schauten vorbei. Grünen- Chefin Roth wollte nicht zu früh über Obamas Erfolgsrezept urteilen. “Ich guck„ mir dann was ab, wenn es erfolgreich ist“, sagte sie. Die Gäste durften zur Probe abstimmen: McCain kam auf 5 Stimmen, Obama auf 106.

In der Kneipe Wahlkreis im Regierungsviertel, in der die Republikaner feiern wollten, waren in der Nacht noch einige Plätze frei. Aber auch dort waren einige Obama-Anhänger vertreten. Immerhin: Ein Gast trug einen Lederhut mit einem „John McCain“-Pappschildchen. Ein Amerikaner? Nein, ein „Ossi“, war die Antwort des 21 Jahren alten Brandenburgers. Warum er den Republikaner gut findet? „Weil ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin.“

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