zur Navigation springen

Staatliches Museum Schwerin : Richtiges Maß an Moderne

vom

"Gläserne Pracht - Die Schweriner Glassammlung" eröffnet am 1.4. die Reihe der Sonderausstellungen im Staatlichen Museum Schwerin. Die Kollektion umfasst tausend Stücke von Antike bis Gegenwart.

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2011 | 11:00 Uhr

Mit Glas fängt es an: "Gläserne Pracht - Die Schweriner Glassammlung" eröffnet am 1. April die Reihe der Sonderausstellungen im Staatlichen Museum Schwerin. Die rund tausend Stücke umfassende Kollektion von der Antike bis in die Gegenwart zähle "zu den bedeutendsten Glasbeständen Deutschlands", sagt Kuratorin Antje Marthe Fischer.

Kunsthandwerklich geht es also los im Ausstellungsjahr, dessen Grundplanung Museumschef Dr. Dirk Blübaum gestern vorstellte: Erst die Glas-Schau, dann jahreszeitlich passend im Juli die von Dr. Kornelia Röder kuratierte Ausstellung "Sommergäste - Die Klassische Moderne in Mecklenburg und Pommern", schließlich "Die Niederländische Savanne - Über Frank Stella und Paulus Potter", die Dr. Gerhard Graulich betreut hat.

Erstmals hat das Staatliche Museum, das im vergangenen Jahr in seinen vier Standorten (Schloss und Galeriegebäude in Schwerin, Schloss Güstrow, Schloss Ludwigslust) rund 250 000 Gäste zählte, eine Besucherbefragung unternommen. "Rund 80 Prozent der Befragten sagten: Das Museum ist für sie ein Haus der Alten Meister, 90 Prozent sehen es als Bildungseinrichtung", erläuterte Dr. Blübaum. Der größte Teil der Besucher sei oft älter als 60 Jahre, sehr museumsaffin, käme gezielt auch wegen einer speziellen Ausstellung. Urlauber als Gelegenheitsbesucher seien eher selten: "Es kommen Museumstouristen, der klassische Kulturtourist findet uns noch nicht oft genug", so Dr. Blübaum. Die Herausforderung sei, neue Besucherzielgruppen zu erschließen, ohne die bildungsbürgerliche Stammkundschaft zu verlieren.

Das richtige Maß an Moderne treffen - vielleicht funktioniert das mit "Sommergäste - Die Klassische Moderne in Mecklenburg und Pommern": Lovis Corinth, Conrad Felixmüller, George Grosz, die "Brücke"-Maler Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel, natürlich Lyonel Feininger - alles große Namen mit einem Bezug zu Mecklenburg und Pommern. Aber auch die an der Ostsee urlaubenden Dada-Künstler oder Maler, die während der Jahre 1933 bis 1945 etwa auf Hiddensee ein inneres Exil fanden, sparen Kuratorin Dr. Röder und ihr Team nicht aus. "Auch Edvard Munch werden wir im Staatlichen Museum zeigen - zum ersten Mal", sagt Dr. Röder.

Kunsthistorisch anspruchsvolles Terrain betritt Dr. Gerhard Graulich mit der Doppelschau "Die Niederländische Savanne - Über Frank Stella und Paulus Potter". Es sei keinewegs weit hergeholt, im Werk des US-Avantgardekünstlers der 1960er-Jahre Stella Einflüssen des 1654 gestorbenen Niederländers Potter nachzuspüren, so Graulich: "Das interpretieren wir nicht hinein, Stella hat sich viel mit Potter beschäftigt."

"Wir planen entlang der Sammlung und stellen bekannte Namen in neuen Zusammenhang", sagt Dr. Blübaum. "Und wir hoffen auf gute Resonanz."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen