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Menschen in der Region sollen für den Erhalt sensibilisiert werden : Rettungsaktion für alte Landwege

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Der Naturpark Sternberger Seenland gibt einen Flyer heraus, um die Menschen für den Erhalt dieser Wege zu sensibilisieren. Dieser wirbt für die alten Trassen die den Naturpark zieren.

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erstellt am 23.Nov.2011 | 11:20 Uhr

Rettungsaktion für die alten Landwege im Naturpark Sternberger Seenland: Noch in diesem Jahr gibt der Naturpark ein Faltblatt heraus, um die Menschen der Region für den Erhalt dieser Wege zu sensibilisieren: Der Flyer wirbt für die alten Trassen mit zwei sandigen bzw. lehmigen Fahrspuren, in der Mitte häufig einem Grünstreifen, teils gesäumt von Hecken, Baumriesen oder von Kräutern. Sie sind Lebensraum für viele kleine Tiere und Pflanzen.

"Solche Wege verschwinden zunehmend aus der Landschaft", sagt Jan Lippke, der stellvertretende Leiter des Naturparks. Manche der alten Land wege wurden in den vergangenen Jahren umgepflügt oder wuchsen durch Hecken zu. Ziel des Naturparks ist es, in Zusammenarbeit mit Eigentümern und Kommunen Landwege zu erhalten.

Der Naturpark Sternberger Seenland knüpft hier an Vorarbeiten des Nachbarparks Nossentiner/Schwinzer Heide an. Der hatte nahezu im gesamten Landkreis Parchim die alten Landwege erfasst und in einer Broschüre veröffentlicht. Viele dieser Wege reichen bis ins Sternberger Seenland.

Jetzt wurden die weißen Flächen in der Region kartiert, vor allem im Norden des Naturparks. Den Auftrag erhielten Ernst und Gudrun Schützler aus Qualitz. Die beiden haben in diesem und im vergangenen Jahr rund 80 Landwege neu erfasst. Und sie besitzen so auch den Überblick, welche Wege besonders schützenswert sind.

Gudrun Schützler nennt einige Beispiele: Der Weg von Eickelberg in Richtung Wald ermöglicht schöne Blicke in die Landschaft und wird von Stieleichen und Kastanien gesäumt. Alter Spitz- und Bergahorn, der besonders im Herbst ein farbenfrohes Bild ergibt, steht am Weg zwischen Groß Labenz und Rothenmoor. Zudem fließt parallel ein kleines Bächlein. Zwischen Qualitz, Laase und Eickhof genießt der Wanderer den Blick auf die Natur und kommt an zwei Kleingewässern vorbei. Schöne Landwege gibt es auch bei Zaschendorf - zum einen Richtung Warnow, zum anderen nach Kleefeld. "Eigentlich ist fast jeder Landweg schön", so Gudrun Schützler. "Landwege sind ein wertvoller Bestandteil der mecklenburgischen Landschaft."

Die Schützlers wurden bei ihrer Kartierung auf einige Probleme aufmerksam. So sahen sie viel Maisanbau entlang von Landwegen. Das gehäckselte Erntegut wird mit schweren Fahrzeugen abtransportiert. Dadurch werden Wege zerstört. Es fiel bei der Analyse auf, dass ein recht guter Schutz existiert, wenn an den Wegesrändern Bäume oder Hecken stehen. Anderseits: Landwege, die nicht mehr genutzt werden, wachsen schnell zu. Das sahen Ernst und Gudrun Schützler beispielsweise zwischen Reinstorf und Neperstorf, an der Verbindung von der Mankmooser Straße Richtung Warin oder in der Nähe von Pennewitt-Ausbau. Bei der Kartierung stießen die Schützlers auch auf einen Weg, an dem die vom Acker geborgenen Feldsteine nicht abgekippt, sondern in einer Reihe abgelegt waren. Das zeuge davon, dass der Landwirt offenbar auch Wert auf die Ästhetik legt. Die derzeitige Kartierung der Landwege soll bei künftigen Entscheidungen über die Ausweisung von Reit-, Rad- und Wanderwegen helfen.

Landwege besitzen oft noch die Qualität, die sich Wanderer wünschen, sagt Jan Lippke. Der Naturpark will einen zertifizierten Wanderweg ausweisen. Die hohen Anforderungen insbesondere an naturbelassene Wegstrecken sind mit dem einzigen Europawanderweg (E9 a) durch den Naturpark nicht zu erfüllen. Die derzeitige Trasse über Ventschow, Warin, Groß Labenz, Warnowtal und Garden weist einen zu hohen Anteil an asphaltierter Strecke aus. Und dieses harte Pflaster ist bei Wanderern keinesfalls beliebt.

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