Rettet die Warnowbrücke!

Eine pfiffige Geschäftsidee: Klaus-Dieter Gaulke trägt es auf der Brust. Er verkauft T-Shirts mit dem Aufdruck „Rettet die Warnowbrücke“. Foto: Claudia Röhr
Eine pfiffige Geschäftsidee: Klaus-Dieter Gaulke trägt es auf der Brust. Er verkauft T-Shirts mit dem Aufdruck „Rettet die Warnowbrücke“. Foto: Claudia Röhr

In den nächsten Tagen beginnt eine Unterschriften-Sammlung zum Erhalt der Schwaaner Warnow-Brücke. Weitere Aktionen sind geplant: u.a. ein Ministerbesuch, das Anbringen eines Transparents und Werbung im Internet. Ein Schwaaner Geschäftsmann verkauft bereits T-Shirts mit dem Schriftzug „Rettet die Warnowbrücke“.

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16. Juli 2008, 11:01 Uhr

Schwaan - Der Kampf um die Hubbrücke ist eröffnet. In den nächsten Tagen können alle Schwaaner und Gäste, die für den Erhalt der Brücke sind, das mit ihrer Unterschrift bekunden. Die Listen liegen unter anderem in Schwaaner Geschäften aus. Die Aktion soll zum Brückenfest im August ihren Höhepunkt erreichen.

Parallel dazu wollen die Initiatoren – das sind Stadtvertreter, Gewerbetreibende und der Kulturförderverein – das Gespräch mit Landes- und Bundespolitikern suchen. „Und wir müssen mit dem Minister reden“, sagt Ina Blank. Er sei der oberste Dienstherr des Straßenbauamtes. Das forciert bislang den Abriss der historischen Hubbrücke (SVZ berichtete). Aus diesem Grund hatten die Initiatoren der Protestaktion am Montagabend Interessierte zu einer Info-Runde in die Aula der Schwaaner Schule geladen. „Ich bin enttäuscht, dass der Bürgermeister nicht da ist.

Er ist schließlich der Repräsentant der Stadt“, sagte Bürgervorsteher Horst Lippert (CDU) zu Beginn und auch, dass er davon ausgehe, dass die Stadtvertreter sich geschlossen für den Erhalt des Bauwerkes einsetzen. Die rund 50 Gäste an diesem Abend in der Aula beauftragten dann auch die Stadtväter, die Protestaktion fortzuführen. Zur Septembersitzung wolle man das Straßenbauamt einladen. Weitere Ideen wurden ausgetauscht.
So schlägt Peter-Christian Mundt vor, an der Warnowbrücke ein Transparent anzubringen. „Da könnte draufstehen: Rettet die historische Hubbrücke“, so Mundt. Auch im Internet sollte Schwaan über die Proteste informieren.

„Wichtigstes Ziel muss sein, die Planfeststellung zu verhindern“, sagt Wolfgang Qual. Ein solches Planfeststellungsverfahren strebt das Straßenbauamt an, „um Bau- und Abrissgenehmigungen zu umgehen“, sagt CDU-Stadtvertreterin Ina Blank. Es gebe dann zwar Anhörungen, aber die Fristen seien kurz. „Eventuell zu kurz für uns, um zu reagieren“, sagt Blank. „Bei einem Planfeststellungsverfahren haben wir schlechte Karten“, sagt der Schwaaner Architekt Wolfgang Ziche. Er glaubt wie viele andere nicht, dass die Brücke nicht mehr zu retten sei. „Technisch ist alles möglich“, sagt auch Wolfgang Qual. Ziche schlägt vor, sich um Fördermittel zu bemühen. Immerhin handele es sich um ein Denkmal. Das wollen die Initiatoren vor allem funktionsfähig, nämlich als Hubbrücke, erhalten. Schwaans Pastor Heiner Jungmann kann sich aber auch vorstellen, zumindest die Form zu sichern, „wenn die Brücke nicht funktionstüchtig bleiben kann“, sagt Jungmann.

Kritik wird immer wieder am Schwerlastverkehr laut. „Seit Einführung der Maut sind es immer mehr Lkw, jetzt ist auch noch eine Maut-Erhöhung geplant“, sagt Horst Lippert. Rüdiger Zöllig von den Grünen hat auch beobachtet, dass die Fahrzeuge immer größer werden. „Das Nadelöhr in unserer Stadt ist aber gar nicht die Brücke, sondern die Kurve am Pferdemarkt“, so Zöllig. „Man muss in Zukunft darüber nachdenken, wie man den Schwerlastverkehr aus der Stadt bekommt“, sagt Otto Jörn. Eine rasche Sperrung der Brücke für den Schwerlastverkehr würden die Initiatoren begrüßen. „Da würden wir auch Zeit gewinnen“, sagt Horst Lippert. Dass die Brücke so stark beschädigt sein soll, das Straßenbauamt dennoch nicht die Tragfähigkeit einschränkt, verwundert viele. Prüfen lassen wolle man jetzt eine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Der Schwaaner Klaus-Dieter Gaulke verkauft in seinem Geschäft „Tintentanker“ jetzt T-Shirts mit dem Aufdruck „Rettet die Warnowbrücke“. Einen Prototypen trug er am Montagabend. „Meine Kinder laufen auch schon damit rum“, erzählt Gaulke. Sein Geschäft befindet sich unweit der Brücke.

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