Retter bitten zur Kasse

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, hier ein Seenot-Kreuzer, kassiert bei technischen Hilfeleistungen Geld. Das musste jetzt auch ein Jabelitzer erfahren und bezahlen. Foto: Archiv
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, hier ein Seenot-Kreuzer, kassiert bei technischen Hilfeleistungen Geld. Das musste jetzt auch ein Jabelitzer erfahren und bezahlen. Foto: Archiv

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06. November 2008, 08:28 Uhr

Jabelitz - Michael Giebitz aus Jabelitz erlitt Schiffbruch auf der Ostsee und wurde von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) geborgen. Für diese Hilfeleistung bekam er jetzt eine Rechnung. „Ich bin bisher davon ausgegangen, dass sich die Gesellschaft ausschließlich aus Spenden finanziert und ich für eine Hilfeleistung auch nur freiwillig etwas spende, aber nichts laut Rechnung zu bezahlen habe“, sagt Giebitz.

Was geschah? Giebitz und zwei weitere Angler aus dem Bützower Verein angelten am 26. Juni auf der Ostsee. Vor Rerik setzte der Motor des Schlauchbootes aus. Giebitz rief vom Handy die DGzRS an. Die kam und schleppte das Boot ans Ufer. Giebitz und seine Mitangler spendeten zehn Euro. Damit war für sie die Sache erledigt.

Anfang August trudelte bei dem Jabelitzer aber eine Rechnung über 250 Euro ein, für „das Einschleppen eines Bootes“. Jetzt kam die Zahlungserinnerung. Giebitz bezahlte bisher nicht, weil er sich schlecht informiert fühlt. „Man hätte uns sagen müssen, dass das Abschleppen etwas kostet und was wir bezahlen müssen“, kritisiert er.Das räumt Andreas Lubkowitz, Sprecher der DGzRS, die ihren Sitz in Bremen hat, ein. „Wir werden unseren Bootsführern empfehlen, die Hilferufenden künftig über die Kosten aufzuklären.“

Allerdings sagt er auch, dass sich jeder, der sich auf See begibt, zu informieren habe. In der Satzung der Rettungs-Gesellschaft heißt es nämlich, dass technische Hilfeleistungen bezahlt werden müssen. Der Einsatz für Michael Giebitz sei eine solche Leistung, deshalb die 250 Euro. Lubkowitz: „Und das ist ja von uns auch kein böser Wille. Aber jeder versteht wohl, dass eine Spende von zehn Euro bei solch einem Einsatz bei einer Zeit von zweieinhalb Stunden und einem Schiff, das eine Million Euro kostet, überhaupt nicht ausreichen kann.“

Zu bezahlen seien bei technischen Hilfeleistungen 125 Euro für die erste Stunde und maximal 250 Euro insgesamt, wenn die Hilfe länger dauere, so Lubkowitz. Keinerlei Kosten gäbe es jedoch, betont der Sprecher, wenn Menschen in Seenot geraten würden. Egal, wie teuer der Einsatz dann sei, keiner müsse etwas bezahlen“, erklärt Lubkowitz.

Die Gesellschaft hat inzwischen persönlich mit dem Jabelitzer gesprochen. Für den ist jetzt alles geklärt, und die 250 Euro seien überwiesen. Giebitz: „Ich schätze die Gesellschaft sehr und das, was sie leistet.“

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