Rektor will Amt erst im November zur Verfügung stellen

Thomas Strothotte (48) gibt der Rücktrittsforderung des Senates nach: Der Rektor der Universität Rostock hat seinen Rückzug auf Raten angekündigt – im November will er sein Amt aufgeben. Der Kanadier stand unter massivem Druck seit er bekannt gab, dass er sich nach nur zwei Jahren in Rostock an die Universität Regensburg wegbeworben hat.

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17. September 2008, 07:32 Uhr

Rostock - Thomas Strothotte geht. Der Rektor der Universität Rostock hat nach nur zwei Jahren im Amt seinen Rückzug angekündigt. Er kommt damit einem Abwahl-Antrag zuvor, den der Senat bei Ablauf eines Ultimatums ins Konzil einbringen wollte.

Strothotte will das Rektorat allerdings erst im November räumen – und nicht sofort, wie es der Senat ursprünglich gefordert hatte. „Ich werde mein Amt möglichst erst nach erfolgter Wahl der Prorektoren zur Verfügung stellen“, sagte er. Das sei für einen geordneten Übergang der Amtsgeschäfte nötig.

Jedes frühere Ausscheiden habe zur Folge, dass unter Umständen aus verfahrensrechtlichen Gründen mehrere Interimslösungen gefunden werden müssten. Der Senat zeigte sich mit Strothottes Rückzug auf Raten einverstanden: „Wir wollen einen möglichst reibungslosen Rektorenwechsel“, teilte dessen Vorsitzender, Professor Martin Benkenstein, mit.

Der Kanadier Strothotte stand unter massivem Druck, seitdem er den Dekanen der Universität Ende August bekannt gab, dass er sich als Rektor im bayerischen Regensburg beworben hat. Der Senat erklärte daraufhin das Vertrauensverhältnis für nachaltig gestört und forderte seinen Rücktritt. Jetzt soll eine Senats-Kommission schnell einen Nachfolger für Strothotte finden.

Dessen eigene berufliche Zukunft ist noch völig offen. Denn ob der Computer-Profi in Regensburg zum Rektor gewählt wird, entscheidet sich nach Angaben der dortigen Universität erst am 24. Oktober. Für seine Bewerbung in Bayern gibt er ausschließlich private Gründe an.

In Rostock hatte Strothotte kurz nach seinem Amtsantritt 2006 den Streit mit der damaligen SPD/PDS-Landesregierung um die Zukunft der Juristischen Fakultät beigelegt. Der Kompromiss besagte, dass keine Volljuristen mehr in Rostock ausgebildet werden. Zum Wintersemester 2007 gründete er die erste Interdisziplinäre Fakultät Deutschlands.

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