Rekordjahr bei Äpfeln - Erntehoch in den Plantagen der Boddinobst GmbH

Mit dem Ringmaß überprüft Günter Brandt, Prokurist der Boddinobst GmbH, die Äpfel. Foto: Dieter Hirschmann
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Mit dem Ringmaß überprüft Günter Brandt, Prokurist der Boddinobst GmbH, die Äpfel. Foto: Dieter Hirschmann

Auf den Apfelplantagen ist in diesem Jahr eine sehr gute Ernte herangewachsen, die jetzt eingefahren wird. Jede Hand wird deshalb derzeit in der Boddinobst GmbH benötigt. Noch drei Wochen und dann ist das Erntehoch geschafft.

svz.de von
28. Oktober 2008, 08:08 Uhr

Boddin - Günter Brandt, Prokurist des Erzeugerbetriebes, nimmt das Ringmaß zum Bestimmen der Apfel-Durchmesser in die Hand und überprüft einen „Idared“ nach dem anderen. Der rote Apfel darf einen Durchmesser von 60 Millimetern nicht unterschreiten, so will es die EU und die Apfelanbauer haben sich daran zu halten, wenn sie mit der Tafelware in die Vermarktung gehen.

„Noch ist die Lage bei uns im Betrieb und auch bei den anderen Produzenten im Land sehr angespannt. So ziemlich alle haben noch relativ viel Äpfel draußen, und sie werden noch bis Mitte November mit der Ernte beschäftigt sein“, schätzt der Prokurist ein. Er ist Vorsitzender des Verbandes „Mecklenburger Obst und Gemüse“, dem 20 Erzeuger aus der Obst- und Gemüsebranche angehören.

Während auf Landesebene die Betriebe nach seiner Einschätzung noch 15 bis 20 Prozent der Äpfel am Baum haben, sind die Boddiner mit dem Tafelobst schon fast durch. Der Ertrag auf den Plantagen der Erzeuger im Land und speziell auch in Boddin ist sehr gut, die Bäume hängen voll mit den gelben, grünen und roten Früchten.

Apfelbauern erwarten in diesem Jahr 6000 Tonnen
„Wir steuern im Land in diesem Jahr eine Rekordernte an. Das ist jetzt schon zu sehen, auch bei uns hier im Betrieb“, betont er und nennt Zahlen. Er erwartet, dass in der Boddinobst GmbH gut 6 000 Tonnen Äpfel geerntet werden. Das ist im Vergleich zu anderen Jahren viel.

In vergangenen Jahren waren es Mengen zwischen 4 400 bis 5 400 Tonnen. „Die Apfelbäume waren in dieser Saison ausgeruhter und entwickelten im Frühjahr einen sehr guten Blütenansatz, und das Wetter war sehr schön“, nennt der Fachmann einige Gründe für das Apfel-Rekordjahr 2008.

Die Erträge bei den anderen Kulturen, wie u.a. bei Süß- und Sauerkirschen und bei Birnen, waren nach seinen Worten übrigens miserabel.

Vermarktung erfolgt über Vertragspartner
Die Äpfel, die auf den 180 Hektar rund um Boddin gereift sind, vermarktet die GmbH nicht selbst. Über Vertragspartner findet die Tafelware dann wieder den Weg in die Regale der Supermärkte auch in unserer Region. Die Preise, die die Erzeuger in diesem Jahr erzielen, sind nach den Worten von Brandt für Tafelware „recht ordentlich“.

Allerdings sind bei Mostobst die Preise im Keller, so dass es sich vielleicht für Günter Brandt gar nicht mehr lohnen wird, für die wenigen Cent pro Kilogramm Arbeitskräfte einzusetzen, um Mostäpfel zu sammeln. In der Boddinobst GmbH sind im Obstbau zehn Mitarbeiter beschäftigt, hinzu kommen sieben deutsche und rund 80 polnische Saisonarbeitskräfte. In diesem Jahr investierte der Betrieb neue und moderne Lagerkapazität für in 1000 Tonnen.

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