Reisebarometer: Finanzkrise hält Ostdeutsche nicht vom Reisen ab

von
17. November 2008, 02:15 Uhr

Leipzig - Die Menschen in Ostdeutschland sind trotz der Finanzkrise bereit, für eine Urlaubsreise tief in die Tasche zu greifen. Das geht aus dem Reisebarometer des Leipziger Instituts für empirische Forschung (LEIF) hervor, das am Montag für die fünf neuen Bundesländer und Berlin veröffentlicht wurde. Demnach sind 62 Prozent bereit, mehr Geld auszugeben, um einen "wirklich schönen" Urlaub zu genießen. 82 Prozent erwarten, dass 2009 ihre Reise teurer werden wird.

Die Urlaubsreise sei ein "sehr wichtiger psychischer Ausgleich" zum Alltag, interpretierte Institutsleiter Harald Schmidt die Studienergebnisse. Ihre Ferien wollten sich die Reisenden nicht durch Ärger und schlechte Qualität vermiesen lassen. Im laufenden Jahr unternahmen 69 Prozent der Bevölkerung eine größere Reise, das sind etwa 200 000 weniger als 2007. Sechs Prozent hatten gar keinen Urlaub, der Rest verbrachte ihn zu Hause.

2009 planten 55 Prozent der Ostdeutschen schon jetzt mindestens eine längere Reise; im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 49 Prozent. Die Empiriker beobachten allerdings, dass die durchschnittliche Dauer der Haupturlaubsreise seit Jahren abnimmt. 2008 haben die Touristen im Schnitt elf Tage am Ferienort verbracht; vor fünf Jahren waren es noch 12,2 Tage. Am beliebtesten ist ein zweiwöchiger Aufenthalt. Dafür entschieden sich dieses Jahr 62 Prozent.

Das begehrteste innerdeutsche Reiseziel ist und bleibt die Ostsee, gefolgt von Bayern und der Nordsee. 44 Prozent der Ostdeutschen reisten 2008 ins Ausland (2007: 48 Prozent). Dort rangiert weiter Spanien ganz oben auf der Liste der beliebtesten Länder.

Für das Reisebarometer hat das Forschungsinstitut rund 1200 Menschen in den neuen Ländern und Berlin persönlich interviewt. Ihnen wurden etwa 500 Fragen zum Thema "Reisen und Freizeit" gestellt. Die Studie wird jährlich wiederholt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen