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Sagard: Zweite Sandskulpturen-Festival

: Reise zu den Wundern der Welt

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Eine Woche vor der Eröffnung nimmt Rügens zweite Sandskulpturenschau am Neddesitzer Hotel Jasmar Resort Konturen an. Die Veranstalter laden diesmal zu einer Reise rund um den Erdball ein.

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erstellt am 11.Apr.2011 | 10:39 Uhr

Behutsam schneidet Iryna Kalyuzhna mit der kleinen Kelle in den Sandblock. Dann gibt die Ukrainerin mit dem feinen Pinsel dem Gesicht des gut drei Meter hohen Zulu-Kriegers den letzten Schliff. Seit einer Woche schon bastelt die 26-Jährige an dem Monument. Gleich nebenan entsteht unter den Händen ihres ungarischen Kollegen Ferenc Monostori das Abbild der weltberühmten Sphinx von Gizeh. Fast lebensgroße Tiere wie Löwen, Giraffen und Elefanten, allesamt in Sand gebaut, versetzen den Gast in die afrikanische Welt.

Eine Woche vor der Eröffnung nimmt allmählich Rügens zweite Sandskulpturenschau am Neddesitzer Hotel Jasmar Resort Konturen an. Nach der erfolgreichen Störtebeker-Ausstellung vor einem Jahr laden die Veranstalter diesmal zu einer Reise rund um den Erdball ein. Auf einer überdachten Fläche von 5000 Quadratmetern schnitzen, glätten und spachteln derzeit etwa 50 Sandskulpturen-Bildhauer, unter ihnen preisgekrönte Meister aus 15 Ländern, an Weltberühmtheiten der sieben Kontinente.

Mischung aus Architektur und Figuren

Das Konzept für die spektakulären Sandwelten erstellte diesmal die Holländerin Anique Kuizenga. Mehrere Wochen lang habe sie im Internet nach geeigneten Motiven für die Monumentalschau recherchiert, sagt sie. Herausgekommen sei eine Mischung aus Architektur und Figuren, die das aus individuellen Künstler-Typen bestehendes Team vor anspruchsvolle Aufgaben stellte.

Wer ab kommenden Samstag durch die Ausstellung wandelt, beginnt die Reise in Südamerika mit seinen vergangenen Inka- und Maja-Kulturen, der Christusstatue von Rio de Janeiro und heißblütigen Samba-Tänzerinnen. Über Afrika und Australiens Aborigines, seinen Kängurus und Koalabären gelangt der Besucher nach Japan, wo er von Geishas zum Kirschblütenfest empfangen wird. In China sind die Terrakotta-Krieger zu sehen. Für Indien sitzt ein mächtiger Buddha auf einem Thron, die Antarktika ist mit Robben und Pinguinen vertreten, Nordamerika u. a. mit der Freiheitsstatue von New York.

Bei Europa entschieden sich die Meister für das Brandenburger Tor, Londons Big Ben, das römische Kolosseum und eine Stierkampf-Szene aus Spanien. In Frankreich posiert Asterix vor dem Eiffelturm. Als Referenz an die Gastgeber basteln die Künstler derzeit auch an einer Nachbildung von Rügens Kreidefelsen und der Seebrücke von Sellin.

Für die 24 Szenen mit etwa 100 Skulpturen wurden etwa 8000 Tonnen scharfkantiger Flusssand aus der Maas und leicht lehmhaltiger Sand aus einem Kiestagebau von Rügen in die beiden Großzelte gebracht. Die holländische Agentur "Sculpture Events" rechnet für die bis zum 23. Oktober gezeigte, rund eine Million Euro kostende Ausstellung mit 250 000 Besuchern, fast 50 000 mehr als im Vorjahr. Wer den Künstlern einmal bei der Arbeit zuschauen möchte, könne dies am ersten Wochenende tun, sagt Cheforganisator Thomas van den Dungen, der für Pfingsten schon das nächste Spektakel vorbereitet. Dann sollen nämlich 5000 Einheimische und Urlauber am Strand zwischen Glowe und Juliusruh eine 27,3 Kilometer lange Megaskulptur aus Sand errichten, in die Profi-Künstler alle 500 Meter imposante Bauwerke setzen werden. Der Bau der längsten Sandskulptur der Welt ist ein Versuch für das Guinessbuch der Rekorde.

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