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21. November 2017 | 00:14 Uhr

Reihenhaus für Spatzen

vom

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2010 | 07:59 Uhr

Wismar | Spatzen pfeifen es von den Dächern: Studenten der Innenarchitektur aus Wismar haben in den vergangenen Monaten kreative Wohnideen für gefiederte Untermieter umgesetzt. Ihre ungewöhnlichen Vogel-Reihenhäuschen zeigen sie ab heute an auf der internationalen Möbel-Design-Messe "imm cologne" in Köln.

Konzipiert sind die Designerhütten für Spatzen. Die machen sich mangels Zufluchts- und Futterorten in deutschen Städten mittlerweile äußerst rar, erklärt Professor Achim Hack von der Fakultät Gestaltung an der Wismarer Hochschule. Auf Anregung der Deutschen Wildtier Stiftung kreierten 14 Studentengruppen diverser Semester in dem Projekt "Bei dir piepts wohl!" visionäre Vogelbehausungen wie "Parasit", "Steckspatz", "KlickKlack" oder "Spatz-Zieh". Die Nisthilfe "Parasit" lasse sich mit Saugnäpfen an Glasfronten und Fensterscheiben befestigen, erklärt Miterfinderin Anne Sell. Der kugelrunde "KlickKlack" hält dank eines starken Magneten an Regenrinnen oder Masten und "Stechspatz" an einem Metallgestänge.

Die Wildtier Stiftung startete jetzt eine Kampagne "Rettet den Spatz - Gebt ihm ein Zuhause!" In den meisten Bundesländern sei der Bestand in den zurückliegenden 25 Jahren um 20 bis 50 Prozent zurückgegangen, erklärte Sprecherin Eva Goris. Mittlerweile stehe der Haussperling auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Deutschlands, so die Stiftung. Gründe für den Rückzug seien moderne Häuserfronten, die keine Nistmöglichkeiten mehr böten. Sträucher und Hecken fehlten und damit Insekten als Nahrung.

Die Studenten habe das Thema inspiriert, neuartige und variable Reihenhäuschen im Einklang mit moderner Städtearchitektur zu entwerfen, sagt Studentin Katharina Voß. Sie baute ein preiswertes Recyclinghaus aus einem Getränkekarton und Ikea-Beuteln zur Einmalbenutzung und einfachen Entsorgung. Ellen Theuerkauf kombinierte ihr Modell "Lichtblick" mit einer Straßenbeleuchtung. Ob allerdings die ungewöhnlichen Spatzenvillen irgendwann einmal das Licht der Welt erblicken, steht noch in den Sternen. Gegenwärtig suchen Studenten und Professoren Partnerfirmen zur Produktion ihrer Ideen.

In Zusammenarbeit mit Unternehmen entwarfen Studenten bereits Flugzeugsessel und Toiletten für den Riesenairbus A 380, Kirchenbeleuchtungen aus Müll oder moderne Strandkörbe.

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