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23. November 2017 | 23:07 Uhr

Rehna: Kämmerei unter Verdacht

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2010 | 08:25 Uhr

Rehna | Die Dienstwagenaffäre im Amt Rehna weitet sich zu einem Skandal aus. Die Kämmerei und der Stellvertreter des Amtsvorstehers sollen über Monate die Dienstwagenaffäre des ehemaligen Leitenden Verwaltungsbeamten von Rehna gedeckelt haben.

Nach einem SVZ-Bericht über eine Abstimmung zum Enthebungsverfahren von Hans Jochen Oldenburg als Bürgermeister von Rehna, dementierte gestern Amtsvorsteher Andreas Spiewack die Aussagen des Rehnaer Stadtvertreters Michael Drechsler (SPD), dass sämt liche Amtsbürger meister Kenntnis über die Vorkommnisse und damit die Dienstwagenaffäre des ehemaligen Leitenden Verwaltungsgbeamten hatten. Drechsler gegenüber der SVZ: "Darüber wussten die Amtsausschussmitglieder Bescheid. Niemand hat etwas dagegen unternommen." Folglich sei es laut Drechsler unfair, einer Person die Last aufzubürden.

Kritik, die Andreas Spiewack zurückweist: "Von dieser Aussage möchte ich mich als heutiger Amtsvorsteher klar distanzieren." Drechsler stelle damit die Arbeit aller ehrenamtlichen Bürgermeister innerhalb des Amtsbe reiches in Frage. Fakt sei, so Spiewack, dass der damalige amtierende Amtsvorsteher Hans Jochen Oldenburg "nach eigenen Aussagen, die Geschehnisse innerhalb der Verwaltung im August 2009 nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte". In der Folge habe Oldenburg "ein Disziplinarverfahren gegen den Verwaltungschef eingeleitet". Spiewack selbst wurde am 9. September 2009 zum Amtsvorsteher gewählt.

Pikant: Die Kämmerei und Oldenburg als damaliger Stellvertreter des Amtsvorstehers sollen bereits seit Sommer 2008 Kenntnis vom Amtsmissbrauch von Dirk Gros als ehemaligen Verwaltungschef gehabt haben. Damit allerdings erst drei Monate nach der Kommunalwahl 2009 an die Öffentlichkeit gegangen sein.

Fakten, die dem Ausschuss mit der Überprüfung des Amtes bekannt wurden. Unter anderm soll Gros sein Vergehen 2008 Hans Jochen Oldenburg mitgeteilt haben. Nach Angaben von Ausschussmitgliedern bot die Kämmerei dem Verwaltungschef eine Einmalzahlung in Höhe von 600 Euro an. Weit unter der Höhe des späteren Schadenswertes von circa 6 000 Euro für Betankung und Privatfahrten nicht nur mit Amtsfahrzeugen.

Der Amtschef soll sich vor seiner Beurlaubung mehrmals der Kämmerei und Oldenburg anvertraut haben. Vermutlich wurde den Eingeweihten die Angelegenheit zu prekär. Leitete Oldenburg das Disziplinarverfahren ein. Auf Nachfrage bezüglich der geschilderten Geschehnisse sagte Spiewack gestern: "Das kann ich nicht dementieren." Allerdings handele es sich um ein schwebendes Verfahren.

Trotz mehrmaliger Versuche war gestern Hans Jochen Oldenburg als Stellvertreter des Amtsvorstehers nicht erreichbar. Völlig unberührt von den Geschehnissen im Amt bleibt die Arbeit Oldenburgs als Bürgermeister. Daran ändert der Antrages auf ein Enthebungsverfahren mit Bürgerentscheid (Thema am 17. Juni im Stadtparlament) nichts. Das Stadtoberhaupt genießt in großen Teilen der Bevölkerung weiterhin Ansehen.

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