zur Navigation springen

Region in Trauer: Zwölfjährige ist tot

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2010 | 08:25 Uhr

Zepelin | Die Region Bützow trägt Trauer: Das zwölfjährige Mädchen, das Donnerstagabend in Zepelin beim Baden in den Güstrow-BützowKanal gesprungen und nicht wieder aufgetaucht war, ist gestorben. "Wir sind alle total erschüttert. Im ganzen Dorf merkt man die Bestürzung", sagt Bürgermeister Siegfried Warning. "Die ganze Schule hat geweint", so eine Mitschülerin. "Das ist so schlimm, man findet keine Worte", kann auch Bernitts Bürgermeister Erhard Finck das Unglück gar nicht fassen.

Stammt doch das tödlich verunglückte Mädchen aus Bernitt. Zusammen mit einer Freundin war es nach Zepelin gefahren, um dort zusammen mit Schulkameraden zu baden. "Solange der Kanal existiert, wird da gebadet. Eine offizielle Badestelle aber ist das nicht", so Warning.

Beim fröhlichen Umhertollen im Wasser war ein achtjähriger Junge vom rund drei Meter hohen Wehr aus ins Wasser gesprungen. Weil er ziemlich lange unter Wasser blieb, sei die Zwölfjährige hinterher gesprungen, um ihn zu retten, erzählen Augenzeugen. Während der Junge kurz darauf wieder auftauchte, blieb das Mädchen verschwunden. Anwesende alarmierten die Feuerwehr und schon bald darauf setzte sich eine Rettungskette in Bewegung: Fünf Feuerwehren sowie Ärzte und Rettungsassistenten taten alles, um das Kind zu finden und anschließend wiederzubeleben.

Gleichzeitig mussten sie um das Leben des Zepeliner Feuerwehrchefs Thomas Dankwart kämpfen. Zusammen mit seinen Kameraden hatte er sich beim Eintreffen am Unglücksort sofort ins Wasser gestürzt, um nach dem verschwundenen Kind zu suchen. Doch wenn auch das Wasser an der Stelle nicht tief ist, ging auch er unter und wurde erst fünf Minuten später von seinen Kameraden geborgen. "Er hatte keine Atmung und keinen Herzschlag mehr und wurde von den Rettungskräften sofort reanimiert", sagt Bützows Wehrführer Holger Gadinger. Mit Erfolg. Der Feuerwehrmann liege zwar noch im Krankenhaus, schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Für das zwölfjährige Mädchen aber kam jede Hilfe zu spät. Es wurde erst nach einer Dreiviertelstunde im Wasser gefunden, zeigte aber trotzdem noch einige wenige Lebenszeichen und wurde mit dem Hubschrauber ins Klinikum Rostock geflogen. Dort starb es in der Nacht zum Freitag.

Wie aber kann ein solches Unglück im relativ flachen Wasser passieren? "An dem Wehr gibt es eine starke Strömung. Hinter der Schleuse entsteht eine regelrechte Wasserwalze, die einen runter drückt und nicht wieder hochkommen lässt", so Gadinger. Auch Bürgermeister Warning bestätigt dies.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen