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Sassnitz/Rostock: Was bringen die geplanten Änderungen? : Reform lässt Fischer im Ungewissen

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Die von der EU-Kommission geplante Fischereireform lässt die Fischer des Landes im Ungewissen. Die Fischer wissen nicht, was genau auf sie zukommt.

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2011 | 11:08 Uhr

Die von der EU-Kommission geplante Fischereireform lässt die Fischer des Landes im Ungewissen. "Vieles hört sich gut an", sagte der Vizechef des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer, Michael Schütt, am Sonnabend der dpa. Doch wüssten die Fischer nicht, was genau auf sie zukomme. "Auch wir wünschen uns eine nachhaltige Fischerei." Befürchtet werde allerdings, dass sich der bürokratische Aufwand für die Fischer weiter vergrößere.

Die Festlegung mehrjähriger Managementpläne bringe den Fischern eine größere Planungssicherheit. Skeptisch beurteilt Schütt den angekündigten Quotenhandel. Bisher seien Quoten, die in Deutschland nicht ausgeschöpft wurden, kostenlos an andere Erzeugerorganisationen übertragen worden. "Dies wird künftig nicht mehr so sein", sagte Schütt. Die 315 Fischer wären wirtschaftlich überfordert, wenn sie diese Quoten künftig kaufen müssten. Befürchtungen, dass leistungsstarke ausländische Fischereiflotten Quoten für die Küstengewässer von Mecklenburg-Vorpommern aufkauften, habe er nicht. Die Quote solle nur innerhalb eines Mitgliedstaates handelbar sein.

Die Anrechnung der Beifänge auf die Fangmenge sei für die Stellnetzfischerei ein untergeordnetes Problem, da bei dieser schonenderen Fischfangmethode bereits in der Vergangenheit wenig Beifang angefallen sei, sagte Schütt. Er forderte allerdings mehr Eigenverantwortlichkeit für die Fischer. "Wenn der Beifang auf die Quote angerechnet wird, muss der Fischer Freiraum haben, neue selektive Fangmethoden ausprobieren zu dürfen."

Stärker als die Reform beschäftigt die Fischer derzeit die Bemühungen des Bundesamtes für Naturschutz, die Meeresgebiete Oderbank, Adlergrund und die westliche Rönnebank als ganzjähriges Schutzgebiet auszuweisen und für die Stellnetzfischerei zu sperren. Schütt kritisierte die Studie des Bundesamts, nach der 20 000 Seevögel pro Winterhalbjahr in diesem Gebiet in den Stellnetzen der Fischer ertrinken. "Diese Studie ist unseriös", sagte Schütt. Ein Kooperationsprojekt der Fischer mit dem WWF sei mittels Hochrechnungen auf 6600 Vögel gekommen.

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