Rechter Stempel

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04. August 2008, 10:38 Uhr

Seitdem die NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eingezogen ist, häufen sich im Nordosten die Veranstaltungen rechter Gruppierungen. Jetzt rückt die Landeshauptstadt sogar in den Mittelpunkt von europäischen Rechten, die sich ausgerechnet von Schwerin aus besser vernetzen wollen. Eine unangenehme Premiere – und doch eine absehbare Folge aus der Präsenz der Rechtsextremen im Parlament. Sachsen hat es vorgemacht. Jetzt geraten auch Mecklenburg-Vorpommern und Schwerin immer häufiger in die Negativ-Schlagzeilen. Das Urlaubsland MV, das internationaler werden möchte, droht als Basislager für rechte Strömungen abgestempelt zu werden.

Einmal mehr zeigt sich, dass gesellschaftliche und politische Bündnisse gegen Rechts allein nicht ausreichen. Die Forderung des SPD-Landtagsabgeordneten Mathias Brodkorb, das Thema Rechtsextremismus intensiver im Schulunterricht zu behandeln, wäre eine von mehreren zusätzlichen Strategien, die das Land ohne parteipolitisches Geplänkel umsetzen sollte. Die Jugendlichen müssen neben der deutschen NS-Vergangenheit auch besser über neue Erscheinungsformen des Rechtsextremismus aufgeklärt werden. Mit ihnen werden sie im Alltag konfrontiert. Zum Beispiel dort, wo Globalisierungskritik drauf steht, aber Rassismus drin steckt.

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