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24. November 2017 | 01:09 Uhr

Rechenschwäche Thema im Landtag

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erstellt am 12.Okt.2010 | 08:14 Uhr

Prignitz/Potsdam | Lange hatte die Düpowerin Ulla Schmidt-Guhl gekämpft, jetzt scheint eine Lösung für Schülerinnen und Schüler mit einer besonderen Schwäche im Rechnen, fachlich Dyskalkulie genannt, in Sicht.

Die Tochter der Prignitzerin leidet an dieser Schwäche, ihre Zensuren in Mathematik wurden ab der 2. Klasse immer schlechter. Nicht selten wurde sie schon in der Grundschule von Mitschülern ausgelacht. Ab Klasse 7 wurde es noch schlimmer. Trotz ständigen Lernens schaffte sie in Mathematik nur die Dauernote 4, absolvierte schließlich die Matheprüfung der 10. Klasse, schloss die Schule wegen der schlechten Mathematiknote mit 1,6 ab.

Das Schicksal der Prignitzerin ist kein Einzelfall. Deshalb wandte sich der Landesverband Legasthenie (Schwäche im Lesen und Rechtschreiben) und Dyskalkulie Brandenburg mit einer Petition an den Brandenburger Landtag, machte unter anderem darauf aufmerksam, dass im Unterricht Hilfsmittel nicht gestattet werden, Förderstunden bei Lehrernot als erstes ausfallen, Lehrer bis hin zur Sekundarstufe II und zum zweiten Bildungsweg nicht verpflichtet sind, etwas über Dyskalkulie zu wissen.

Der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport des Landtages machte das Petitionsanliegen zu einem Anhörungsthema, "denn wir wollten uns Fachleute dazu holen, auch aus dem Ausland, um uns ein besseres Bild von der Problematik machen zu können", erklärt Ausschussvorsitzender und Landtagsabgeordneter Torsten Krause (Linke) auf Nachfrage des "Prignitzers". Diese Anhörung führte dazu, dass sich nun der Landtag mit dem Anliegen beschäftigte.

Der hat laut Krause drei konkrete Schritte verabschiedet, um künftig der Förderung von Kindern mit besonderer Schwäche im Rechnen besser gerecht werden zu können. So sollen zum einen Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer der weiterführenden Schulen, also ab Klasse 7, angeboten werden, "damit diese Lehrer in die Lage versetzt werden, die Schwäche auch als solche zu erkennen", erklärt Krause. Allerdings, so fügt er hinzu, entschieden die Lehrkräfte selbst über Fortbildungsthemen. "Das Angebot muss also entsprechend beworben werden."

Als zweiten Punkt soll in der zukünftigen Lehrerausbildung das Problem der Rechenschwäche verstärkt vermittelt werden. Da die Universitäten ihre Lehrpläne aber selbst aufstellten, soll "auf der gemeinsamen Sitzung mit dem Wissenschaftsrat im November, an der auch Universitätsvertreter teilnehmen, auf das Thema verwiesen werden", verspricht der Ausschussvorsitzende.

Und drittens soll die Verwaltungsvorschrift über die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder im Rechnen überprüft werden, beispielsweise, ob die Benotung solcher Schüler ausgesetzt werden könne.

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