Razzia in der rechten Szene

Erfolgreiche Razzia in der rechten Szene: Der Staatsschutz der Kriminalpolizei Schwerin hat in Wismar und Nordwestmecklenburg etwa 1800 CDs mit rechtsextremistischem Inhalt beschlagnahmt.

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29. April 2008, 08:13 Uhr

Nordwestmecklenburg - Die Beamten durchsuchten gestern drei Wohnungen in Plüschow bei Grevesmühlen. Dabei fanden sie in der Wohnung eines 24-jährigen Mannes 365 CDs, die möglicherweise über einen Versandhandel vertrieben werden sollten.

„Bei den Tonträgern handelt es sich um indizierte CDs mit zum Teil volksverhetzendem Charakter“, sagte Ralph Ketelboeter von der Staatsanwaltschaft Schwerin gegenüber unserer Redaktion und wertete den Fund als Erfolg.

Tonträger mit rechtsradikalem Inhalt

Anlass für die Wohnungsdurchsuchungen war der Verdacht, dass von Plüschow aus u. a. eine CD der Gruppe „Ad Hominen“ verkauft werden sollte. Es handle sich nachweislich um einen Tonträger mit rechtsradikalem Inhalt, sagte Ketelboeter.

Auch in der so genannten Wolfshöhle in Wismar – ein Treffpunkt der rechten Szene – klopften die Fahnder an die Tür. Sie stellten dort nach Informationen unserer Zeitung in der vergangenen Woche etwa 1500 CDs sicher. Auch hierbei sollen die CDs einen rechtsextremistischen Inhalt aufweisen. Die durchsuchte Wohnung in Wismar soll dem Betreiber eines Szeneladens gehören. Zu dessen Angebot zählen neben CDs auch szenebekannte Markenkleidung bis hin zu Hooliganklamotten.

Caffier setzt auf Verfolgungsdruck
Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte erst in der vergangenen Woche betont, die politisch motivierte Kriminalität durch kontinuierlichen Aufklärungs- und Verfolgungsdruck der Polizei zielgerichtet bekämpfen zu wollen. Sein Ministerium hatte im vergangenen Jahr 486 politisch motivierte Straftaten der rechten Szene zugeordnet (2006: 326). Davon waren 468 (96,3 %) als extremistisch einzustufen. Den Ermittlern gelang es im vergangenen Jahr, 48,6 Prozent der politisch motivierten Straftaten der rechten Szene aufzuklären.

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