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21. November 2017 | 22:35 Uhr

Raucher außer Kontrolle?

vom

Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten ohne separaten Raum ist seit einem Jahr verboten. Während Dehoga-Regionalchef Ulrich Trosien befindet, das Gesetz sei in Schwerin mittlerweile erfolgreich umgesetzt, macht eine neue Initiative noch Gesetzesbrecher aus. Mit einer Unterschriftenliste fordert sie mehr Kontrollen und härtere Strafen für Raucher - und für alle, die das Qualmen zulassen.

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2008 | 06:47 Uhr

Schwerin | Noch vor einem Jahr hatten viele Wirte in der Landeshauptstadt gegen das Nichtraucherschutzgesetz gewettert. Sie fürchteten Umsatzeinbußen, weil die gemütliche Zigarette nach dem Essen ausfallen sollte - oder im Freien geraucht werden musste. "Natürlich ist es auch für das Personal angenehmer und leichter, wenn in der Gaststätte nicht geraucht wird, aber wir fürchteten damals auch, dass viele Gäste ausbleiben würden", sagt Ulrich Trosien, Dehoga-Regionalvorsitzender in Schwerin. Eine Annahme, die sich bis heute aber offenbar nicht bewahrheitet hat. "Das Nichtrauchen in den Lokalen hat sich moderat durchgesetzt", so Trosien. Das läge auch daran, dass in anderen Bundesländern und in vielen Orten im Ausland ebenfalls nur noch beschränkt geraucht werden dürfte. "Seit einem Jahr herrscht jedenfalls in Schwerin ein herrliches Nachtleben auf den Straßen", sagt Trosien und spielt auf die vielen Raucher an, die vor der Tür "eine durchziehen".

Beschwerden über Schweriner Lokale, in denen trotz Verbots noch geraucht würde, seien ihm bislang nicht zu Ohren gekommen. Eine Nichtraucherinitiative, die jetzt in Schwerin aktiv wird, sieht das allerdings ganz anders. Sie kritisiert mit einer Unterschriftensammlung "Geschäftemacher", die sich um die Gesundheit der Passivraucher angeblich wenig scheren. Ihre Forderung: strikte Einhaltung des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden, aber auch Einkaufszentren, die Aufnahme von Kontrolltätigkeit durch das Ordnungsamt sowie die Verhängung von empfindlichen Strafen gegen Nichtraucherschutzgesetz-Verweigerer.

Tatsächlich findet derzeit in Schwerin eine gezielte Kontrolle nur statt, wenn es vorher auch eine konkrete Beschwerde gegeben hat. "Anlassbezogen" heißt das im Sprachgebrauch der Stadtverwaltung. "Ausschließliche Kontrollen zur Einhaltung des Nichtraucherschutzes werden personalbedingt gegenwärtig nicht durchgeführt", so die Verwaltung auf SVZ-Anfrage weiter. "Sowohl der KOSD als auch weitere Mitarbeiter des Ordnungsamtes führen Kontrollen im Rahmen ihrer weiteren dienstlichen Tätigkeiten durch. Schwerpunktbereiche bilden hier Gaststätten und öffentliche Einrichtungen."

Offizielle Beschwerden bei der Stadt gab es von Bürgern, "die in verschiedenen gastronomischen Einrichtungen in Schwerin zu Gast waren und bei den Betreibern hinsichtlich der Einhaltung des Nichtraucherschutzes auf einen sehr unsensiblen Umgang mit dem Thema trafen", so die Stadtverwaltung. In mehreren Einzelfällen seien bereits Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

Die vorgesehenen Strafen, die Gesetzesbrecher erwarten, sind allerdings schon heute hoch. "Gemäß Paragraf 4 Nichtraucherschutzgesetz kann zum einen der Raucher selbst mit einem Bußgeld bis zu 500 Euro und zum anderen die Person, die das Hausrecht ausübt, mit einem Bußgeld bis zu 10 000 Euro belegt werden", so die Stadt.

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