Rasern den Spiegel vorhalten

Über ein Jahr wird in Laage und im Amtsbereich an verschiedenen Stellen ein mobiles Geschwindigkeitsmessgerät stehen. Das zeigt den Autofahrern nicht nur an, wie schnell sie fahren, sondern sammelt auch eine Reihe Daten, die Grundlage für ein weiteres Vorgehen gegen Raserei auf den Straßen sein sollen.

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10. November 2008, 08:27 Uhr

Laage - „Das ist doch eine Rennstrecke, die durch Pinnow führt“, sagt Marita Osterloh, die seit vielen Jahren in dem Laager Ortsteil wohnt. Fast jeder würde zu schnell durch das Dorf fahren. „Man konnte jetzt aber beobachten, wie die Leute abgebremst haben“, freut sich Marita Osterloh, dass das mobile Geschwindigkeitsmessgerät zumindest diese Wirkung hatte. Es habe sich wohl mancher erschrocken, wie schnell er mit dem Auto ist, denkt sie.
Inzwischen steht das von Sponsoren finanzierte Gerät am Ortseingang von Kobrow. „Rund um die Uhr müsste hier ein Blitzer stehen“, hat sich Ingelore Glowczak wie viele andere Bewohner des Neubaublockes am Ortseingang schon oft über Raser geärgert. „Nur Fliegen ist schönen“, fügt die Kobrowerin hinzu. Ihre Sorge gilt in erster Linie den Kinder. Vor mehr als 20 Jahren habe es an der Stelle einmal eine tödlichen Unfalle gegeben. Die Kobrower hätten das nicht vergessen.
In Kobrow, so erklärt Fritz Bartels vom Ordnungsamt der Stadt, stehe das Messgerät auf Wunsch des dortigen Bürgermeisters. In den nächsten Monaten soll es außerdem an der Pinnower Straße und der Breesener Straße in Laage stehen und in Friedrichshof, vielleicht auch noch in Kritzkow. Aus Friedrichshof, so berichtet Fritz Bartels, hätten Bürger aus der dortigen Bungalowsiedlung darüber geklagt, dass auf der die Siedlung flankierenden Straße zu schnell gefahren wird. „Mit dem Messgerät können wir überprüfen, betont Fritz Bartels, weiß er doch, dass das persönliche Empfinden nicht immer präzise wie ein Messgerät funktioniert.
Eine Auswertung der ermittelten Daten von Laage-Pinnow kündigt er für Ende Dezember an. Das Gerät, so verrät der Ordnungsamtsmitarbeiter, zeigt nicht nur dem Kraftfahrer die Geschwindigkeit an, es erfasst den Fahrzeugtyp (Auto, Transporter oder Laster) und jede Überschreitung oder Unterschreitung der angeordneten Geschwindigkeit in Verbindung mit der Zeit. Mit den so gesammelten Daten kann die Stadt dann an einer Verbesserung der Verkehrssituation arbeiten, kündigt Bürgermeister Uwe Heinze an. Zum einen könnten Polizei oder Landkreis für bestimmte Zeiten zum Blitzen bestellt werden, zum anderen sei zu überlegen, ob eine andere Beschilderung oder bauliche Veränderungen notwendig sind, um an bestimmten Stellen in der Stadt die Verkehrssituation sicherer gestalten zu können.

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