Rasende "Klotür" gewinnt

Die originellste Seifenkiste: 'Nessie' von Leon Pump. Manfred Drössler
Die originellste Seifenkiste: "Nessie" von Leon Pump. Manfred Drössler

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29. Juni 2010, 11:09 Uhr

Postlin | Nessie, Silberpfeil, Klotür, Dampfer oder Bleistift - auch die 3. Auflage des Karstädter Seifenkistenrennens präsentierte am Sonntag "Rennmaschinen" unterschiedlichster Form. An den Start gingen 19 Seifenkisten. Da bis zu zwei Starter ein Gefährt nutzen können und mehrere Stechen um die schnellste Zeit und weitesten Strecken stattfanden, erlebten die Besucher spannende Rennen.

Leon Pascal Pump zum Beispiel startete mit einer Nessie-Kiste. Die Grundkonstruktion fertigte sein Opa Ditmar Heugel aus Putlitz. Die künstlerische Umsetzung übernahmen Leons Papa und der Achtjährige selbst. Gleich zweimal war der Postliner Heimatclub DPHC mit Heimo (Heimatmobil) 1 und 2 vertreten. Konstrukteure und Bauherren der schnellen Flitzer sind Vereinsmitglieder, hat doch der Klub sehr viele junge Leute in seinen Reihen und damit auch jungen Nachwuchs.

Dem Motto 2010 "Rund um das Meer" hatten die Väter der Starterinnen Annika Schnicke und Luisa Edelmann ihr Gefährt angepasst und einen Dampfer auf Rädern gebaut.Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Karstädt und Umgebung. "Wir sind das dritte Mal dabei", erzählen Dennis Grützmacher aus Ludwigslust und sein Papa Sieghard Pöschmann, der auch als Kind Seifenkisten gebaut hat und damit zu Hause den Waldberg herunterfuhr. 150 Kilometer Anfahrt nahmen Pia Rademacher und ihr Vater in Kauf. Die Schülerin ist keine Unbekannte bei solchen Wettkämpfen. Vor zwei Jahren gewann sie in Fallingbostel das Seifenkistenrennen. Auch in Karstädt war sie mit dem Klotür-Gefährt nicht zu schlagen.

Vor dem Start überprüfte Kfz-Sachverständiger Matthias Kollex alle Seifenkisten auf technische Parameter. Dazu zählen eine gelenkte Achse und eine Bremse. Um das Gewicht des Gefährts (maximal 60 Kilogramm ohne Fahrer) zu kontrollieren, hatte Kollex extra eine Waage gebaut. Aus den Erfahrungen der Vorjahre erfolgte diesmal eine Rennwertung in den Klassen Raddurchmesser unter und über 30 Zentimeter. Ermittelt wurden die Sieger in den Kategorien schnellste, schönste und originellste Kiste sowie weiteste Fahrt. Im Rahmenprogramm traten die Teens Star des Karneval Clubs Karstädt (KCK) auf, zudem hatte KCK-Zeichner Ulrich Rabe die Rennstrecke mit Bildern zum Thema "Rund um das Meer" dekoriert. Wie in den Vorjahren hatte die Jury die schwierige Aufgabe, die Sieger eines Kuchen- und Tortenwettbewerbs zu ermitteln. Organisator der Veranstaltung ist eine Gemeinschaft engagierter Eltern aus Karstädt und Umgebung. Sie baute nicht nur wieder eine professionelle Rennstrecke auf mit Abfahrtsrampe, Geschwindigkeitsanzeige und elektronischer Zeitmessung, sondern sorgte mit Sponsorenhilfe erneut für zahlreiche Preise. Was die Kinder freute: Bedacht wurden diesmal die Plätze 1 bis 6. Vergeben wurden außerdem 20 Pokale. Der Kreativpreis "Rund um das Meer" hielt eine besondere Überraschung bereit: Die Schulklasse des Siegers bekommt eine Fahrt zur Sea Life-Ausstellung Berlin.

Sieger: schnellste kleine Kiste - "Heimo 1" Michel Schwarz (Postlin), schnellste große Kiste - "Klotür" Pia Rademacher (Barsbüttel), Konstruktionsmeisterschaft (weiteste Fahrt) - "Heimo 2" Jan Philipp Kobs (Postlin), schönste Kiste - "Nessie" Leon Pump (Karstädt).

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