Randalierer gestoppt

Sie warfen mit Flaschen, zündeten Böller und steckten einen Papiercontainer in Brand – 47 Fans des 1. FC Lok Leipzig, die auf dem Weg zu einem Spiel ihres Klubs in Schönberg waren, legten Sonnabendvormittag einen Zwischenstopp in Schwerin ein und zogen lautstark und randalierend durch die Innenstadt. Eilig zusammengezogene Polizeibeamte nahmen sämtliche Störer in Gewahrsam.

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15. Juni 2008, 03:56 Uhr

Schwerin - Auf solche „Touristen“ kann Schwerin verzichten: Als sich ihr Zug der Landeshauptstadt näherte, entschlossen sich Fans des 1.FC Lok Leipzig am Sonnabendvormittag auf ihrem Weg zu einem Spiel des Messestadt-Klubs in Schönberg zu einem Zwischenstopp in der Sieben-Seen-Stadt. Die hiesige Polizei erhielt schnell Wind von dem Plan: „Durch einen Hinweis aus dem Zug der Fans waren wir rechtzeitig gewarnt“, so Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeidirektion Schwerin.

Gegen 10.45 Uhr rollte der Zug aus Leipzig am Hauptbahnhof ein: Teilweise erheblich angetrunken und grölend versammelten sich 47 der für Ausschreitungen berüchtigten Lok-Fans auf dem Bahnsteig. Von dort ging es lautstark in Richtung City. Auf ihrem Weg über Grunthalplatz, Mecklenburgstraße, Schmiedestraße zum Markt warfen die Randalierer Werbeschilder um, warfen Flaschen, zündeten Böller und steckten einen Papier-Container in Brand. Von den zahlreichen erschrockenen Einkaufsbummlern in der Innenstadt wurde jedoch niemand verletzt. „Bei uns sind keine Anzeigen aus der Bevölkerung eingegangen“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

Ganz bewusst hätten die Beamten, die in aller Eile rund 70 Einsatzkräfte zusammenzogen hatten, nicht in der Innenstadt eingegriffen: „Wir wollten die Passanten vor einer möglichen Eskalation schützen“, so Wiechmann.

So wartete die Polizei, bis der Lok-Trupp gegen 11.15 Uhr den Schlossbucht-Anleger der „Weißen Flotte“ erreichte, von wo aus sie offenbar einen Schiffstörn unternehmen wollten. 30 Störer setzte die Polizei dort fest, durchsuchte sie und nahm sie in Gewahrsam. Weitere fünf Lok- Fans fassten die Beamten kurz darauf in der Mecklenburgstraße, die letzten zwölf Störer schließlich gegen Mittag auf dem Bahnhofsvorplatz. „Mit einem Gefangenenbus wurden die Leipziger Fans in einen Gewahrsamsbereich der Polizei in Schönberg gefahren, der vor dem dortigen Aufstiegsspiel zur Oberliga zwischen der Heimmannschaft und Lok Leipzig am Sonnabendnachmittag eingerichtet worden war“, so Direktionssprecher Klaus Wiechmann. Nach Schlusspfiff brachte die Polizei die Lok-Fans an ihren Zug und begleitet sie auch während ihrer gesamten Heimreise.

Bekanntschaft mit der Polizei machten am Sonnabend in Schönberg auch einige Anhänger von Dynamo Schwerin: Weil sie am Rande des Dynamo-Spiels am Freitag in Bützow randaliert hatten, erhielten sie Platzverweise.

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