Rätselhafter Krähentod

80 erst in diesem Jahr geschlüpfte Saatkrähen sind tot. Da die Vögel streng geschützt sind, befassen sich Vogelwarte und die Berliner Universitätsklinik mit dem rätselhaften Vogeltod.

von
09. Juni 2008, 08:39 Uhr

Wittenberge - Um Pfingsten herum begann das Sterben, weiß Peggy Heyneck, im städtischen Rathaus für den Umweltschutz zuständig. Mittlerweile haben Mitarbeiter der Stadt an die 80 verendete Vögel eingesammelt.

Wenn es an dieser schlechten Nachricht etwas Gutes gibt, dann ist es das, sagt, Heyneck, dass sich nach einer sofortigen Untersuchung von toten Jungkrähen Vogelgrippe ausschließen lasse.

Woran sind die Vögel dann verendet?

„Wir können es derzeit noch nicht sagen, hoffen aber auf die Ergebnisse von der Vogelwarte Hiddensee und auf die aus der Universitätsklinik in Berlin.“ Dorthin hätten Stadt und die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis verendete Saatkrähen bringen lassen. Peggy Heyneck betont den äußerst hohen Schutzstatus, unter dem die Saatkrähe steht. Nicht auszuschließen seien durch das Massensterben gravierende Auswirkungen auf die Population am Clara-Zetkin-Park und im Krankenhauspark.

Die Saatkrähen sind wegen ihrer lautstarken Rufe und der Exkremente, die während des Brutgeschäftes aus den Nestern fallen, teilweise sehr unbeliebt. Deshalb hat es auch schon mehrfach Vorstöße gegeben, die Vögel, obwohl sie auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Vögel stehen, zu vertreiben bzw. am Brüten zu hindern. Aber, so die Fachfrau im Rathaus, eine Verbindung zu dem noch ungeklärten Jungvogelsterben sehe sie nicht. Und das schon deshalb, „weil Saatkrähen nicht dort fressen, wo sie ihre Aufzucht betreiben“.

Ausschließen könne man nach gegenwärtigem Stand der Dinge auch, dass die Tiere wegen Nahrungsmangel eingegangen sind. Auch von natürlicher Auslese könne man bei dieser hohen Anzahl von Jungvögeln nicht sprechen. Amtstierarzt Dr. Sabine Kramer bei der Kreisverwaltung kann zu dem ungewöhnlichen Vogelsterben noch nichts sagen: „Wir warten auf die Laborergebnisse.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen