Radwandern über Baumwurzeln und Pfützen

Bürgermeister der an den Plauer See angrenzenden Gemeinden informierten in Bad Stuer über den aktuellen Stand des Radwegeausbaus. Foto: Annett Habermann
Bürgermeister der an den Plauer See angrenzenden Gemeinden informierten in Bad Stuer über den aktuellen Stand des Radwegeausbaus. Foto: Annett Habermann

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29. August 2008, 06:49 Uhr

Plau am See/Bad Stuer - „Bis 2012 soll der Radwegausbau um den Plauer See abgeschlossen sein“, betont Rudolf Borchert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD und Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Müritz. Gemeinsam mit Plaus Bürgermeister Norbert Reier, und Axel Müller, Sachgebietsleiter des Landkreises Müritz, informierten er und die Bürgermeister der an den See grenzenden Gemeinden, auf welchem Stand die Planungen für den Ausbau des Fahrradweges um den Plauer See sind.

Teilstrecke über Baumwurzeln und Pfützen
Etwa die Hälfte der 54 Kilometer langen Strecke ist verbesserungswürdig. Einige Abschnitte des vorhandenen Weges sind eine große Herausforderung für die Radfahrer. Sie müssen Baumwurzeln und je nach Wetterlage Wasserpfützen ausweichen. Norbert Reier liegt ein Schreiben vor, in dem Urlauber mit einer Anzeige drohen, wenn der offenbar geschlossene Radrundweg nicht aus der Karte genommen werde. Denn der Weg soll nicht nur für Mountainbiker, sondern auch für Familien mit Kindern und ältere Fahrradfahrer befahrbar sein.

75 Prozent der Kosten sollen vom Land gefördert werden. 25 Prozent müssen die Gemeinden tragen. Die Akteure sehen jedoch weniger Probleme in der Finanzierung als in den Genehmigungen.

„Wir sind in der Antragstellung nicht weiter gekommen“, informiert Norbert Reier, Bürgermeister der Stadt Plau. Auf die in Auftrag gegebenen Vorplanungen sei eine „katastrophale Stellungnahme“ der Unteren Naturschutzbehörde gefolgt. Das könne er nicht nachvollziehen. Die Stellungnahme beinhalte, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen.

Diskrepanz zwischen Naturschutz und Tourismus
Der Fahrradweg solle naturbelassen bleiben. Die zuständige Mitarbeiterin der Behörde ist derzeit nicht erreichbar, Umweltamtsleiter Jochen Krippenstapel kann keine konkrete Auskunft geben. „Es kommt auf den Einzelfall an“, sagt er.

Ingenieur Peter Andrees, der an der Planung der Streckenführung beteiligt ist, bringt es auf den Punkt: „Die Diskrepanz liegt zwischen den Forderungen der Naturschutzbehörde, keine Versiegelung durchzuführen und der Aufgabe, den Radweg auszubauen, damit er den Anforderungen eines normalen Tourenweges erfüllt.“

Norbert Reier denkt dabei auch an die Patienten im Bereich der Plauer Kliniken. „Für sie wird jede Unebenheit zur Herausforderung.“ Er fordert glatte Radwege mit Asphalt oder anderen Baumaterialien, die die Versiegelung gering halten.

„Wir sollten praktisch denken, schließlich sind wir nicht im Gebirge, wo Überschwemmungen drohen, wenn Flächen versiegelt werden“, hier fließe das Regenwasser in den See, so Norbert Reier. Die Stellungnahme der Naturschutzbehörde sei seiner Meinung nach „auf sehr flachem Niveau gehalten. Damit lasse ich mich nicht abspeisen.“

Nun möchte Plaus Bürgermeister den Landrat, die Naturschutz- und Forstbehörde und das Institut für Wirtschaftsförderung einladen und mit den Behörden ins Einvernehmen kommen. „Wir brauchen qualifizierte Aussagen vom Landrat“, so der Verwaltungschef. Im September wird Norbert Reier ein Treffen organisieren und den Landrat um Unterstützung bitten.

Höheres Tempo im Landkreis Müritz

Während für die Streckenabschnitte im Landkreis Parchim bisher kein offizieller Förderantrag vorliegt, schreiten die Planungen zum Radwegausbau im Landkreis Müritz mit höherem Tempo voran. Auf der anderen Seite des Plauer Sees beteiligt sich der Landkreis Müritz an den restlichen 25 Prozent der Kosten, die die Gemeinden tragen müssen.

Maximal 27 Kilometer Radweg sollen um den Plauer See noch ausgebaut werden – eine große Herausforderung für die Antragstellung, die Ende des Jahres abgeschlossen sein muss.

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