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12. Dezember 2017 | 20:40 Uhr

Radikales Umdenken beim FCH

vom

svz.de von
erstellt am 10.Mai.2010 | 07:08 Uhr

Rostock | Lange Zeit setzte die Vereinsführung des Fußball-Zweitligisten FC Hansa Rostock auf Kommunikation statt Konfrontation. Aber damit ist jetzt Schluss. Nach den schlimmen Ausschreitungen im Gästefanblock beim Spiel in Düsseldorf fand jetzt ein radikales Umdenken in der Chefetage statt. "Wir sind am Nullpunkt angekommen. Es wird keine Gespräche mehr mit Verbrechern geben. Wir müssen ihnen mit aller Macht die Plattform entziehen. Wir haben in der Vergangenheit genug geredet, gequatscht und gepredigt", sagte Hansas Vorstandsvorsitzender Jörg Hempel.

In den kommenden Tagen wollen die Ostseestädter nun einen Masterplan erarbeiten, um das Problem in den Griff zu bekommen. "Wir müssen das in Stein meißeln, wie wir dagegen vorgehen wollen (er meint, auch für die künftigen Leitungsgremien, nicht nur für die amtierenden - d. Red.). Man soll wieder stolz sein können, Hansa-Fan zu sein. Vielleicht müssen wir mehr mit anderen Vereinen sprechen, die in der Vergangenheit ähnliche Probleme hatten und uns mit Experten austauschen. Alleine werden wir es nicht schaffen, wir benötigen sicherlich Hilfe. Es wird bestimmt Jahre dauern, bis wir hier wieder ein vernünftiges Umfeld haben", so Hempel weiter.

Auch Aufsichtsratsmitglied Torsten Völker, Fanvertreter im höchsten Gremium des Klubs, suchte auf der gestrigen Pressekonferenz sichtlich angeschlagen nach den richtigen Worten. Indirekt drohte der 36-Jährige sogar mit seinem Rückzug, sollte es nicht gelingen, für Ordnung und Sicherheit auf den Rängen zu sorgen. "Ich schäme mich zutiefst und werde alles unterstützen, damit wir hier Ruhe reinkriegen. Auch meine Geduld ist am Ende. Ich habe viel für Verständnis und Vertrauen geworben, aber man ist mir in den Rücken gefallen. Ich bin von einigen Personen persönlich enttäuscht worden. Wir wollen wieder gern gesehene Gäste sein, lautstark, von mir aus auch trinkfreudig, aber mit der gebotenen Disziplin. Dafür stehe ich, und wenn das nicht gelingt, muss man über persönliche Konsequenzen nachdenken. Aber ich bin noch nicht am Ende, habe noch Feuer", erklärte Völker.

Zugleich wies er die scharfe Kritik von Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (siehe unten) zurück. "Der Verein hat sich stets klar über den Vorstand positioniert, der für das operative Geschäft zuständig ist. Zudem engagieren wir uns in diversen Landesprojekten gegen Gewalt. Ich denke dabei nur an ,Anfeuern statt Abfeuern oder ,Anpfiff gegen Gewalt", so der Rostocker.

Die Überlegungen des Vereins gehen mittlerweile sogar so weit, in Zukunft öfter auf ein Kartenkontingent bei Auswärtspartien zu verzichten. "Vielleicht muss es wirklich erst dazu führen, dass die eigentlichen Fans Einschnitte erleben müssen", sagte Jörg Hempel.

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