Quote im Osten immer noch doppelt so hoch wie im Westen

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29. Mai 2008, 01:43 Uhr

Nürnberg - Der Rückgang der Arbeitslosigkeit schwächt sich langsam ab. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte, sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai gegenüber dem Vormonat zwar um 131 000 auf 3,283 Millionen, jedoch fiel die Abnahme schwächer aus als erwartet. Saisonbereinigt errechnet sich für den Mai sogar eine leichte Zunahme der Arbeitslosgikeit um 4000. Gleichwohl ist dies der niedrigste Stand seit Juni 1993. Die Quote reduzierte sich um 0,3 Punkte auf 7,8 Prozent.

„Die positive Grundtendenz hält an, die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Der Rückgang im Vergleich zum April fiel dennoch geringer aus als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Gründe hierfür seien, dass sich in den Wintermonaten wegen des milden Wetters und des Saisonkurzarbeitergeldes in den Bauberufen weniger jahreszeitlich bedingte Arbeitslosgikeit aufgebaut hatte. Daher falle die sonst übliche Frühjahrsbelebung in diesem Jahr schwächer aus, betonte der BA-Chef.

Außerdem seien zu Beginn dieses Jahres die vorruhestandsähnlichen Sonderregelungen für Ältere ausgelaufen. Dadurch weist die Statistik im Mai rund 15 000 Menschen über 58 Jahren zusätzlich als arbeitslos aus. Bisher stand diese Personengruppe nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Auf Jahressicht bezifferte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker diesen Sondereffekt mit etwa 100 000 bis 120 000 zusätzlichen Arbeitslosen.

Im Westen Deutschlands nahm die Arbeitslosigkeit im Mai gegenüber dem Vormonat um 76 000 auf 2,140 Millionen ab (Quote: 6,4 Prozent), in den neuen Bundesländern um 55 000 auf 1,143 Millionen (Quote: 13,4 Prozent). Damit bleibt die Arbeitslosenquote im Osten der Republik mehr als doppelt so hoch. Trotz Finanzmarktkrise und steigender Energiepreise erwartet BA-Chef Weise vorerst keine Eintrübung am Arbeitsmarkt und hält an der Jahresprognose von deutschlandweit durchschnittlich 3,43 Millionen arbeitslosen Menschen fest.

„Der positive Trend am Arbeitsmarkt hält an“, zeigte sich Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) erfreut. „Die Zahlen zeigen: Wir sind auf dem richtigen Weg“, fügte er hinzu. Ziel sei die Vollbeschäftigung. „Schritt für Schritt können wir es in den nächsten Jahren schaffen, dass niemand, der seinen Job verliert, länger als ein Jahr ohne neuen Arbeitsplatz bleiben muss“, sagte er. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wies auf die gute Verfassung auch des Ausbildungsmarktes. „Nach dem schon sehr erfreulichen Jahr 2007 wird auch das Jahr 2008 ein gutes Jahr für den Ausbildungsmarkt“, sagte der Minister.

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