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21. November 2017 | 22:33 Uhr

Qualitätsoffensive im Kindergarten

vom

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erstellt am 03.Jan.2010 | 05:23 Uhr

Schwerin | Kleinere Gruppen, bessere Ausbildung für Erzieher: Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) will als neue Vorsitzende der Jugend- und Familienministerkonferenz in diesem Jahr die Qualität der Kindertagesstätten stärker in den Blick rücken. "Ich habe die Qualitätsdebatte bisher immer vermisst, die Diskussion war von der Quantität bestimmt", sagte die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende. Bei der angestrebten Qualitätsverbesserung gehe es zudem darum, die Kitas zu Eltern-Kind-Zentren auszubauen, in denen Eltern auch Beratung in Erziehungsfragen und zu gesunder Ernährung bekommen.

Der Bund unterstützt seit 2009 den Ausbau der Kleinkind-Betreuung mit vier Milliarden Euro. Damit sollen bis zum Jahr 2013 Angebote für 35 Prozent der unter Dreijährigen geschaffen werden. In vielen alten Bundesländern gibt es noch große Lücken im Angebot. In den neuen Ländern werden wegen der Übernahme von Strukturen aus der DDR-Zeit bereits jetzt mehr als 40 Prozent der Kleinkinder außer Haus betreut. "In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Quote bei knapp 50 Prozent", sagte Schwesig. Die angestrebte Verbesserung der Betreuungsqualität könnten Länder, Kommunen und Eltern nicht allein stemmen. "Die bisherige Finanzierung durch den Bund ist nicht ausreichend", sagte Schwesig. Jährlich seien mindestens noch einmal fünf Milliarden Euro aus Berlin für den Ausbau der Kitas zu Eltern-Kind-Zentren nötig. Schwesig will die Kita-Qualität bei der Jugend- und Familienministerkonferenz im Juni 2010 in Schwerin zum Thema machen.

Mecklenburg-Vorpommern hat zu Jahresbeginn turnusgemäß den Vorsitz der Ministerrunde übernommen. Kritik übte Schwesig am Steuersenkungspaket, das zu Jahresbeginn in Kraft getreten ist. "In Mecklenburg-Vorpommern könnten wir mit den verlorenen Steuergeldern aus dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz das Zahlenverhältnis von Erzieherin zu betreuten Kindergartenkindern von jetzt 1,5 zu 18 auf 1,5 zu 15 verbessern. Das wäre ein großer Schritt hin zu mehr Qualität." Schwesig weiter: "Wenn 500 Milliarden Euro für Konjunkturprogramme da sind und jetzt zehn Milliarden Euro für Steuergeschenke, dann sollten fünf Milliarden Euro für Kinder auch möglich sein."

Auch der sozialpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Ralf Grabow, forderte am Wochenende weniger Kinder je Erzieherin. Jedoch sieht er die Zuständigkeit dafür beim Land. Grabow forderte Schwesig auf, bei Finanzministerin Heike Polzin (SPD) für eine ausreichende Kita-Finanzierung zu sorgen. Auch verlangte er eine rasche Vorlage des neuen Kindertagesförderungsgesetzes (KiFöG). Die Landesregierung vernachlässige die Stärkung der Kitas, meinte Grabow.

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