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19. November 2017 | 02:18 Uhr

Prüfende Blicke auf die Deiche

vom

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2010 | 06:35 Uhr

Prignitz | Die Deiche zwischen Quitzöbel und Wittenberge sind in Schuss. Es mache sich aber trotzdem deutlich bemerkbar, dass in diesem Jahr weniger Geld für die Unterhaltung der Hoch wasserschutzanlagen zur Verfügung stand. Zu dieser Schlussfolgerung kamen gestern die Teilnehmer der Herbst deichschau unter Federführung des Landkreises.

Heute werden die Fachleute, zu denen auch Vertreter von Kommunen und des Landesumweltamtes ebenso gehören wie das Wasser- und Schifffahrtsamt sowie der Wasser- und Bodenverband, die Kontrolle der Schutzanlagen an der Elbe und ihren Nebenflüssen fortsetzen. In Augenschein genommen wird der Abschnitt zwischen Cumlosen und Garz.

Bevor die Kontrolleure sich gestern zu den Deichen begaben, tauschten sie sich im Wittenberger Rathaus über die Pflege- und Bauarbeiten aus, die im Laufe des Jahres vorgenommen worden sind, besprachen geplante Arbeiten und die für den Hochwasserschutz bereitgestellten Finanzmittel.

Bernd Lindow als Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz bei der Kreisverwaltung benennt Probleme: Das wechselhafte Wetter mit insgesamt drei Hochwasserspitzen habe einen erhöhten Kontrollaufwand verursacht. Vor allem Mäharbeiten seien vielerorts nicht möglich gewesen. Sie sind für die Deichpflege aber immens wichtig. Die Schäfer hatten wegen des Hochwassers ihre Tiere mehrfach auf die Landseite des Schutzwalls bringen müssen, damit fehlte zum Strom hin diese Form der Grasnarbenpflege.

Erfreulich: Die Kronenrisse, die bei der Frühjahrsdeichschau im Bereich der Wahrenberger Fähre festgestellt worden waren, konnten trotz des Hochwassers beseitigt werden. Dann benennt Lindow das größte Problem: "Finanziell mussten wir bis Mitte des Jahres einen Notfallplan fahren, da von den zugesagten knapp 700 000 Euro für Deich- und Gewässerunterhaltung im Bereich der Prignitz nur 567 000 Euro bereitgestellt waren", erklärte Lindow. "Davon wurden 489 000 Euro in die Erhaltung der Deiche investiert, 30 000 weniger als im Vorjahr. " Erst Mitte des Jahres sei der Differenzbetrag vom Landesumweltamt freigegeben worden. Das habe sich in Unterhaltung und Pflege nachteilig bemerkbar gemacht, kritisiert die Deichschaukom mission.

Zu sehen ist das beispielsweise im Rühstädter Bogen, "wo die Grasnarbe nicht so ausgebildet ist, wie sie es hätte sein können". Und dieser Schaden sei nicht auf das Hochwasser zurück zu führen. Es habe das Geld für bessere Pflegearbeiten gefehlt. Richtung Landesumweltamt erhebt die Kreisbehörde deshalb die Forderung "nach einer auskömmlichen Finanzierung der Unterhaltungsarbeiten".

Für Oberstleutnant Hans-Joachim Jahnke vom Kreisverbindungskommando sind die Anstrengungen, die in der Prignitz für den Hochwasserschutz unternommen werden, lobenswert. "Die Pflege der Deiche hier ist vorbildlich. Was passiert, wenn diese Maßnahmen unterbleiben, haben wir beim diesjährigen Hochwasser an der Schwarzen Elster erlebt, wo die Bundeswehr sogar Hubschrauber einsetzen musste, um Deiche zu stabilisieren."

Kein Thema bei der Deichschau gestern war nach angaben aus der Kommission der im Bereich Bälow anstehenden Ausbau des Schutzwalls, da man sich im Planfeststellungsverfahren befindet. Wie dem "Prignitzer" bekannt ist, stehe hier schwierige Entscheidungen an. Bauherr ist das Land.

Einen Überblick verschafften sich die Kontrolleure über den Stand des Deichausbaus bei Schadebeuster. Hier wird der Elbdeich aufgestockt und am Fuß entsprechend verbreitert.

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