Prüfen, wo Wildbrücken sinnvoll sind

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13. September 2010, 07:32 Uhr

Eine Wildbrücke über eine Autobahn kostet bis zu fünf Millionen Euro. Woher weiß man, ob sich der Aufwand lohnt?

Kinser: Es gibt inzwischen kameraüberwachte Wildbrücken, auf denen auch nachts der Wildwechsel beobachtet wird. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zum Beispiel hat auf einer Brücke über der A 11 festgestellt, dass das Rotwild im Unterschied zu Schwarz- und Damwild erst nach zwei Jahren die Brücke annahm. Inzwischen wurde dort sogar ein Wolf beim Passieren der A 11 registriert.

Wie bewerten Sie die Situation in Mecklenburg-Vorpommern?

Die Ausstattung der neuen A 20 ist geradezu vorbildlich. Beim Bau der Trasse wurden traditionelle Wanderwege der Tiere berücksichtigt und entsprechende Brücken oder Unterwanderungsmöglichkeiten angelegt. Sie werden angenommen, wie auch Erfahrungen im Wildtierland Klepelshagen bestätigen. Aus unserer Sicht sind noch Landschaften in Mecklenburg-Strelitz und im Uecker-Randow-Kreis zerschnitten.

Das Land plant nur den Bau einer weiteren Grünbrücke. Reicht das?

Mehr wäre wünschenswert, aber nicht prioritär. Bei Pasewalk, Ludwigslust und Wittstock müsste etwas geschehen. Aber man sollte die Mittel jetzt dort einsetzen, wo sie dringend gebraucht werden. Deshalb müssen wir genau prüfen, wo Wildbrücken Sinn machen.

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