Trammer Straße von Crivitz : Provisorium muss bis Frühjahr halten

Neue Verkehrsführung in der Trammer Straße: Unter der Behelfsbrücke fließt der Autoverkehr auf zwei Spuren. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es einen sicheren Weg.
Neue Verkehrsführung in der Trammer Straße: Unter der Behelfsbrücke fließt der Autoverkehr auf zwei Spuren. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es einen sicheren Weg.

Väterchen Frost hat den Planern von der DB einen Strich durch ihre Rechnung gemacht: Die neue Eisenbahnbrücke über der Trammer Straße von Crivitz konnte am Wochenende nicht montiert werden.

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20. Dezember 2010, 08:40 Uhr

Der Zugverkehr auf der Strecke von Schwerin nach Parchim muss an dieser Stelle weiterhin über eine 16,80 Meter lange Hilfsbrücke rollen. Die Widerlager für das neue Bauwerk sind zwar fertig, aber wegen des Dauerfrosts und Schneefalls mussten die Arbeiten jetzt unterbrochen werden. "Insbesondere die Verfüllung und Verdichtung des Arbeitsraumes zwischen den Spundwänden und den Brückenwiderlagern ist bei den vorherrschenden Witterungsbedingungen nicht fachgerecht möglich", informiert die Pressestelle der Bahn.

Um jedoch vor allem auf der Trammer Straße noch vor Weihnachten vernünftige Verkehrsbedingungen zu schaffen, mussten die Bauleute in der vorigen Woche als Straßenbauer ran. Unter der Behelfsbrücke entstanden zwei provisorische Fahrspuren für den Pkw-Verkehr. Auch für Fußgänger und Radfahrer steht hier ein sicherer Weg zur Verfügung, der mit Betonteilen von der Straße abgegrenzt wurde. Für Lkw mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen ist aber weiterhin die Umleitung über Sukow und die B 321 ausgeschildert. Auch die eingeschränkte Höhe über der Brücke in der Trammer Straße ist zu beachten.

Dieses Provisorium muss nun bis zum Frühjahr halten. Laut Pressestelle der Bahn soll jetzt erst im April das Bauprojekt in der Trammer Straße abgeschlossen werden. Dieser späte Termin wurde gewählt, "um witterungsbedingte Störungen weitestgehend auszuschließen". Denn mit dem Wetter hatten alle an diesem Projekt Beteiligten bislang wenig Glück: Schon zu Beginn diesen Jahres musste der Abriss der alten, maroden Brücke und das Aufstellen einer ersten Behelfskonstruktion mehrfach wegen des Winterwetters verschoben werden. Und eigentlich sollte die neue Brücke Ende November montiert werden. Die Hoffnung, dass trotz Zeitverzuges das noch vor Weihnachten geschafft werden kann, zerstörte der aktuelle Wintereinbruch.

Wann die Arbeiten wieder aufgenommen werden und zu welchem Zeitpunkt der Stahlüberbau der neuen Eisenbahnüberführung montiert wird, steht derzeit noch nicht fest.

Mit dem Brückenneubau für die Bahn allein ist es an dieser Stelle zudem nicht getan. Die Trammer Straße muss danach in diesem Bereich ausgebaut werden. Zwei Fahrspuren und auf jeder Seite Fuß- bzw. Radweg sind vorgesehen. Doch auch mit diesem Vorhaben gibt es derzeit noch Probleme: Für die Verbreiterung der Straßen müssen Grundstücke erworben werden, wodurch das Projekt verzögert wird.

Bürgermeister Ulrich Güßmann zeigt sich erleichtert, dass mit dem Provisorium für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger noch vor Weihnachten annehmbare Verkehrsbedingungen geschaffen wurden. Denn die jetzige Regelung stelle eine klare Verbesserung dar. Der Autoverkehr kann mit leichten Einschränkungen jeweils vor der Baustelle auf zwei Spuren rollen, die Ampel ist verschwunden. "Dass im Winter nicht gebaut werden kann, müssen wir akzeptieren", betont der Bürgermeister. "Bei allen Problemen, die wir in diesem Jahr mit dieser Baustelle hatten, ist das sogar eine gute Lösung." Unakzeptabel ist für Güßmann aber, dass die Brücke erst im Frühjahr fertig wird. Vor allem die lange Umleitungsstrecke für Lkw über Sukow und die B 321 sei für die Fahrer und deren Firmen eine enorme Belastung.

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