zur Navigation springen

Vorschläge stoßen bei Anwohnern auf Kritik : Promenadencharme am Eldeufer

vom

Die Plauer Strandstraße soll eine neues Gesicht erhalten. Wie dies aber aussehen soll, ist derzeit noch völlig offen. Erste Vorschläge wurden den Anwohnern nun vorgestellt.

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2011 | 07:52 Uhr

Plau am See | Die Plauer Strandstraße soll eine neues Gesicht erhalten. Wie dies aber aussehen soll, ist derzeit noch völlig offen. Erste Vorschläge hat nun das Architekturbüro "petersen pörksen partner" den Anwohnern der Eldenstraße und der vier Wasserstraßen vorgestellt.

Bislang lädt die Strandstraße wenig zum Flanieren ein. Das soll sich in Zukunft ändern. Noch prägen Garagen, Hinterhöfe und Nebengebäude das Straßenbild. Nach den Vorschlägen des Planungsbüros könnten sie schon bald neuen Häusern wie Gaststätten oder Hotels weichen. Sie sollen Touristen - vor allem Wasserwanderer, die hier auf der Elde vorbeikommen - zum Verweilen einladen. Dafür setzt das Architekturbüro auf Promenadencharme und schlägt eine einheitliche Baulinie vor, die direkt an der Strandstraße abschließt und so den Flaniermeilen-Charakter zur Geltung bringen soll. Die derzeitigen Parzellen zwischen Strand- und Eldenstraße könnten geteilt werden. Zwischen ihnen - so ein Vorschlag - könnten Anwohner straßen entstehen, die ein Befahren der einzelnen Grundstücke ermöglichen. Die Fahrzeuge selbst sollen dann auf den jeweiligen Grundstücken abgestellt werden. Vorrangiges Ziel sei es, an der Strandstraße Felder zu entwickeln, die künftig neu bebaut werden können. Ein Regelwerk könne Gebäudehöhen, Dachformen und Bauweise festlegen, so die Planer. Das könnte wie folgt aussehen: Zugelassen werden maximal zwei Geschosse und eine Firsthöhe von zehneinhalb Metern. Flachdächer sind ebenso erlaubt wie Satteldächer. Ausgeschlossen wird jedoch Dachpappe. Ein Vorschlag, der bei vielen Anwohnern der Eldenstraße auf Widerstand stößt. Sie befürchten bei der angestrebten Firsthöhe, dass ihnen der Blick auf die Elde gänzlich verbaut wird. Eine offene Bebauung, die Sichtachsen freilasse, könnte das Problem entschärfen, würden jedoch Ansiedlungen über die Grenzen mehrerer Parzellen hinweg entgegen stehen, argumentieren die Planer.

Auch die Vorschläge, wie die neuen Gebäude aussehen könnten, sind für die Plauer mehr als gewöhnungsbedürftig. Vor allem die moderne Variante aus kantigen Architektenhäusern mit Flachdächern stößt bei vielen Anwohnern auf wenig Gegenliebe. In einem mittelalterlich geprägten Stadtkern hätten solche Häuser nichts zu suchen, sagen sie. "Entsprechende Anträge, moderner zu bauen, haben vorgelegen", entgegnet Bauamtsleiter Klaus Baumgart. Jedoch solle jeder, in vorgegebenen Rahmen, selber entscheiden können, wie er hier bauen möchte. Ob und wieviele hier aber überhaupt bauen möchte, bleibt abzuwarten. Viele Anwohner möchten ihre Grundstücke weder verkaufen noch selber bauen.

Die Strandstraße soll aufgewertete werden - soviel steht fest. Wie das aber im Detail aussehen wird, ist noch völlig offen. Klaus Baumgart betont, dass es sich bei den Modellen des Architekturbüros lediglich um Gestaltungsvorschläge handele, die aufzeigen sollen, was in der Strandstraße möglich wäre. Die Ideen sind auch im Rathaus schon kontrovers diskutiert worden. "Wir haben auch erstmal tief Luft geholt und gesagt ,Das ist aber mutig. Aber müssen wir nicht mutig sein?", fragt Baumgart. Um Plau zukünftig noch attraktiver für Touristen zu machen, müsse man verschiedene, auch unkonventionelle Ideen diskutieren. "Wenn wir über diese Vorschläge nicht sprechen, ist keine Entwicklung möglich. Wir wollen Sie mitnehmen", sagt er den Anwohnern.

Von der Umgestaltung profitieren soll letzten Endes die ganze Stadt. "Wir erhoffen uns davon eine Belebung der Innenstadt", unterstreicht Bürgermeister Norbert Reier. Dass ihnen aber schon in naher Zukunft eine durchgängige Häuserreihe vor die Nase gesetzt werde, bräuchten die Plauer aber nicht befürchten. "Hier wird nicht in den nächsten drei, vier Jahren eine geschlossene Bebauung entstehen. Das wird punktuell passieren. Aber wir müssen jetzt über die Rahmenbedingungen beraten", sagt Reier. Dabei setzen er und Klaus Baumgart auf die Mitwirkung der Plauer. Bürgermeister und Baumamtsleiter hoffen, dass sich die Bürger mit ihren Vorschlägen und Anregungen einbringen und sich an das Bauamt wenden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen