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Pudagla: Erdölfirma erwartet große Ressourcen : Probebohrungen auf Usedom

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Nach dem Abschluss der Probebohrung in Saal hat die Erdölfirma CEP in Pudagla auf Usedom mit ersten Bohrungen begonnen. Sie soll in eine Tiefe von bis zu 2700 Meter getrieben werden

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erstellt am 13.Jul.2011 | 09:31 Uhr

Nach dem Abschluss der Probebohrung in Saal (Nordvorpommern) hat die Erdölfirma CEP in Pudagla auf Usedom mit ersten Bohrungen begonnen. "Wir sind in Pudagla bereits auf eine Tiefe von 245 Meter vorgedrungen", sagte CEP-Manager Thomas Schröter gestern. Die Bohrung soll in eine Tiefe von bis zu 2700 Meter getrieben und in acht Wochen abgeschlossen werden. Zeitgleich wird der Bohrplatz nur wenige Kilometer weiter in Lütow vorbereitet. Ob die Probebohrung dort noch wie geplant 2011 beginnt, sei ungewiss. Ende Oktober starte die Vogelschutzsaison und in der dürfe nicht gebohrt werden, erläuterte Schröter. Wegen des in der Auf- und Abbauphase erwarteten und von Einwohnern kritisierten LKW-Verkehrs bringt CEP das Material und Anlagen nun über den Hafen Netzelkow nach Lütow. Dazu sei der Hafen ausgebaut worden. Eine weitere Bohrung ist Anfang 2012 im brandenburgischen Guhlen geplant.

Die Erdölförderung auf Usedom ist auch wegen der befürchteten negativen Auswirkungen auf den Tourismus umstritten. Pudaglas Bürgermeister Fred Fischer, der die Bohrung in der Vergangenheit kritisiert hatte, wollte sich wegen des befürchteten Imageschadens für die Tourismusregion gestern nicht mehr äußern.

Die Erdölfirma hat nach der ersten Probebohrung im nordvorpommerschen Saal ihre Erwartungen an die Ressourcen in Vorpommern nach oben korrigiert. "Wir haben sehr ermutigende Ergebnisse, die so niemand erwartet hätte", sagte Schröter. Demnach wird allein für die Region Saal-Barth von einer förderbaren Ressource von 106 Millionen Barrel und damit dem 7,5-fachen der bisherigen Annahmen ausgegangen. Grund für die Annahmen seien die unerwartet hohe Porosität des in 2700 Meter angetroffenen Gesteins sowie die gleichmäßige Klüftung. Insgesamt werde vorläufig für die zu testenden Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg von einer förderbaren Gesamtmenge von 200 Millionen Barrel gerechnet. Bisher war die Firma von 27 Millionen Barrel ausgegangen.

Das Bergamt mahnt zur Gelassenheit. "Wir messen diesen Annahmen solange keine Bedeutung bei, bis für uns belegbare Beweise erbracht wurden", sagte Amtsleiter Martin Froben. MV würde von der Förderung profitieren: CEP müsse an das Land eine Förderabgabe in Höhe von zehn Prozent der erzielten Erlöse zahlen. Ein Drittel davon dürfe das Land behalten, der Rest fließe in den Länderfinanzausgleich.

Trotz der aus CEP-Sicht positiven ersten Ergebnisse hat die Firma noch keine Entscheidung über eine künftige Förderung getroffen. "Wir müssen erst den Abschluss aller Tests und Wirtschaftlichkeitsberechnungen abwarten", sagte Schröter. Ein Förderantrag werde frühestens Mitte 2012 gestellt. Das Bergamt muss dann entscheiden.

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