Prignitzer Landwirte klagen über Schäden durch Kolkraben

Der Kolkrabe (Corvus corax) ist mit über 60 cm Körperlänge der größte Rabenvogel und damit auch der größte Singvogel der Welt. Foto: mesch/wikimedia commons
Der Kolkrabe (Corvus corax) ist mit über 60 cm Körperlänge der größte Rabenvogel und damit auch der größte Singvogel der Welt. Foto: mesch/wikimedia commons

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18. März 2008, 09:25 Uhr

Pirow - „Jedes Jahr greifen Kolkraben Kälber und schwache Mutterkühe auf der Weide an. Erst vor wenigen Tagen haben sie ein geborenes gesundes Bullenkalb angefressen. Momentan spitzt sich die Situation zu“, erzählt Uwe Kessler verärgert.

Er habe sich an die Veterinäraufsicht und auch an die untere Naturschutzbehörde gewandt. Dort habe man ihm einen Vortrag über den Artenschutz und die Sorgfaltspflicht der Landwirte gehalten, Nachgeburten sofort zu beräumen, die Tiere nicht unter Bäumen weiden zu lassen, auf Futterhygenie zu achten und so weiter. „Das weiß ich, wir schauen auch ständig nach den Mutterkühen, doch können meine Leute nicht Tag und Nacht Wache halten. Es muss doch eine Möglichkeit geben, die Kolkraben für kurze Zeit bejagbar zu machen. Das wird in Mecklenburg-Vorpommern so gehandhabt, warum ist das in Brandenburg nicht möglich?“ fragt Uwe Kessler.

„Bis jetzt ist es auf unseren Weideflächen noch relativ ruhig. Doch auch wir haben aus schlechten Erfahrungen der Vergangenheit stetig Angst, dass das jederzeit umschlagen kann. Gleichso würden wir es begrüßen, wenn der Kolkrabenbestand etwas dezimiert wird“, erklärt Heinz-Uwe Jaap, Vorstandsvorsitzender der Landgenossenschaft Pröttlin.

„Das Problem mit Kolkraben, und hier muss man genauer definieren, mit Junggesellenschwärmen, ist uns bekannt. Doch uns sind die Hände gebunden, denn die Tiere stehen, wie die untere Naturschutzbehörde deutlich machte, unter Artenschutz. Sie sind aber gleichzeitig jagbares Wild. Eine begrenzte Ausnahmegenehmigung kann nur die untere Jagdbehörde erteilen. Das gilt auch für massive Vergrämungsmaßnahmen“, erklärt Dr. Sabine Kramer, Leiterin des zuständigen Geschäftsbereichs IV.

Die Bereiche Veterinärdienste, Landwirtschaft, Naturschutz und untere Jagdbehörde wollen eine mögliche Ausnahmeregelung als gemeinsame Entscheidung beraten.
„Wir haben Ausnahmegenehmigungen für einen beschränkten Abschuss erteilt, doch wird das immer restriktiver gehandhabt. Gegenwärtig gibt es eine Dauerausnahmegenehmigung im Raum Boizenburg.

In der Nähe einer Sauenanlage treiben 300 bis 400 vagabundierende Kolkraben für Unwesen, sie verwüsten auch Spargelplantagen und pulen Kartoffeln aus den Reihen“, erfuhr der Prignitzer“ aus dem Landratsamt Ludwigslust. Natürlich fordere man, dass die Landwirte in erster Linie mit Kontrollfahrten und weiteren Maßnahmen ihren Pflichten nachkommen. „Nur wenn das Problem ganz massiv wird, kann die untere Jagdbehörde unterstützende Hilfe leisten.“

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