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19. Oktober 2017 | 10:50 Uhr

Prignitzer Erntefest-Impressionen

vom

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2010 | 04:34 Uhr

Prignitz | Der September ist der Monat der Erntefeste. Das macht die Prignitz keine Ausnahme. Und so machten sich am vergangenen Wochenende wieder vielerorts bunt geschmückte Erntewagen auf den Umzug durch die Dörfer, traf man sich bei Kaffee und Kuchen, tanzte unter der Erntekrone, sorgten viele fleißige Helfer dafür, das alles gut vorbereitet war, Kinder wie Erwachsene bei bester Laune auf ihre Kosten kamen.

Luftige Ausblicke und Oldtimer in Pirow

In Pirow startet das festliche Treiben schon vormittags um 10 Uhr. Im Nu ist der Festplatz rund um die Kirche gefüllt. Und das hat einen guten Grund, denn zum dritten Mal verbinden die Pirower ihr Erntefest mit einem Traktoren- und Oldtimer-Treffen. Da leuchtete beispielsweise der tiefblau lackierte Zettelmeyer 22. Den Traktor Baujahr 1938 hat Gordon Möller aus Neuhausen gemeinsam mit Vater, Onkel und Bruder wieder aufgebaut.

"Heute wird er nicht mehr für landwirtschaftliche Arbeiten genutzt, sondern nur noch für Sonntagsausfahrten", erzählt der junge Mann. Zu Oldtimertreffen fährt er damit eigentlich nicht, "aber in Pirow bin ich schon zum dritten Mal". Die Idee mit diesem Traktoren- und Oldtimertreffen, so berichtet Pirows Bürgermeister Uwe Kessler, sei 2008 entstanden. "Denn da feierten wir groß den 600. Geburtstag von Burow. Aber ganz ohne Fest ging es auch nicht, und so luden wir zum Traktoren- und Oldtimertreffen. 2009 haben wir dann beides miteinander verbunden."

Mittlerweile hat sich das Miteinander gut etabliert, ist beim Pirower Erntefest aber auch sonst viel zu erleben. Am Sonnabend mit dem großen Kran, in dessen Korb man sich bis fast 40 Meter in die Höhe heben lassen kann, sogar eine besondere Überraschung. Derweil können die etwas jüngeren Pirower auf dem Rasenmäher-Parcours Geschicklich- und Schnelligkeit testen oder an lustigen Spielen in der Kita teilnehmen, denn die hat Tag der offenen Tür. Ein kleiner Markt lädt zum Einkauf, und wer möchte, kann die genaue PS-Zahl seines Traktors ermitteln lassen, bevor sich dann um 13.30 Uhr der Ernteumzug in Bewegung setzt.

Lübzower Verein sammelt für den Spielplatz

Was in Pirow lange Tradition hat, soll in Lübzow erst wieder eine werden. Zum ersten Mal lädt am Sonnabend der Dorf- und Kulturverein Lübzower Schweiz zum Erntedankfest ein. "Als ich noch im Kindergarten war, gab es hier ein Erntefest mit Umzug, aber wohl seit rund 35 Jahren nicht mehr", erinnert sich Vereinsvorsitzender Frank Edenharter. Die Mühen des Vereins, der sich erst im Frühjahr dieses Jahres gründete, haben sich gelohnt. Schnell füllt sich am Nachmittag die Kirche zur Andacht, sind kurz danach alle Plätze an der Kaffeetafel besetzt. Der Erlös daraus wie auch aus der Abendveranstaltung kommt dem künftigen Spielplatz zu Gute. Das ist nämlich ein großes Anliegen des Vereins. "Wir wollen die Lübzower zusammenführen, denn in den letzten Jahren haben sich hier viele neue junge Familien nieder gelassen. Aber wir wollen vor allem auch etwas für den Nachwuchs tun, haben mittlerweile nahezu 30 Kinder im Dorf", beschreibt Edenharter. Was Lübzow aber nicht hat, ist ein Spielplatz. Von einem Sportplatz gar nicht zu reden. Und das größte Problem sind nicht allein die Finanzen, sondern auch das Platzangebot. "Lediglich gegenüber der Gaststätte haben wir noch eine etwas größere Fläche in kommunalem Besitz", erklärt Edenharter. Diese soll nun effektiv für Sport und Spiel eingerichtet werden. Ein Konzept mit Zeichnung hat der Verein der Perleberger Stadtverwaltung schon vorgelegt. Jetzt muss Geld beschafft werden.

Bunt geschmückte Wagen ziehen durch Wolfshagen

Die Wolfshagener haben einen Sportplatz, und auf dem wird am Sonnabendnachmittag zünftig Ernte- und Herbstfest gefeiert, nachdem zuvor bunte Erntewagen durch den ganzen Ort zogen, angeführt vom Perleberger Spielmannszug. Während Eltern und Großeltern im Festzelt Platz nehmen und sich Kaffee und Kuchen schmecken lassen oder an der Kegelbahn alle Neune schieben, zieht es die Kleinen auf die Hüpfburg, probieren sie sich am Stand der Feuerwehr aus oder machen bei den lustigen Spielen, die die Wolfshagener Kita-Erzieherinnen vorbereitet haben, mit wie beispielsweise an der Mohrenkopf-Maschine.

Ortsvorsteherin Kerstin Kordelle freut sich, dass wieder alles so gut klappt, auch Linde Dancer und eine Tanzschule für das Programm gewonnen werden konnten, doch "ein paar mehr Helfer hätten wir schon gebrauchen können", stellt sie klar. So musste die wenigen viel im Kopf und Auge behalten. Ganz unter ging dabei, dass ein Traktor der Wolfshagener Agrargenossenschaft für den Umzug nicht benötigt wurde. "Das tut mir sehr leid, denn ich weiß doch, dass jetzt in der Ernte jede Technik benötigt wird", entschuldigt sich Kerstin Kordelle für den fehlenden Anruf beim Vorsitzenden der Agrargenossenschaft.

Laaslich weiht eigenes Zelt ein

Klein aber fein, pflegen die Laaslicher ihr Erntefest zu nennen, und das benachbarte Lenzersilge ist mit dabei.Die Sonne lacht, die Stimmung ist gut, aber daran hätte auch mieses Wetter nichts geändert: "Wir haben ein eigenes Festzelt mit großen Fenstern", freut sich Ortsvorsteherin Rita Zuther. Erstmals steht es im Dorf, bietet Platz für Kaffeetafel und den abendlichen Tanz. "Einen Haufen Sponsoren konnten wir gewinnen, haben selbst Geld gespart und sind richtig stolz", verrät Zuther. Den Erlös der Kaffeetafel spendet das Dorf regelmäßig. Jugendclub, Feuerwehr, Vereine - je nachdem, wer am dringendsten etwas Unterstützung brauche.

Stolz darf auch eine Frauengruppe Ü 70 sein. Die Damen haben Sketche und Lieder einstudiert. Nie zuvor waren sie aufgetreten. "Das ist erst der Anfang", scherzt Annegret Schubert. Für die Gemeinde hätten sie es getan, "wir möchten das Programm bereichern", ergänzt Anneliese Alexy. Acht sind sie zusammen. Männer fehlen. "Die sind nicht so mutig und wir Frauen sind kreativer", lacht Annegret Schubert.

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