Kinder und Jugendliche drehen Filme über Themen, die sie bewegen : Premiere für "Hänsel und Gretel", Teil II

Wolfgang Ehlers mit seinen jungen Filmleuten bei den Dreharbeiten auf dem Bützower Schlossplatz. Archiv
Wolfgang Ehlers mit seinen jungen Filmleuten bei den Dreharbeiten auf dem Bützower Schlossplatz. Archiv

Sie haben Drehbücher geschrieben, Texte geprobt, Szenen einstudiert und dann alles mit einer Filmkamera festgehalten. Jetzt hatte der Film "Hänsel und Gretel - Die Heimkehr" Premiere.

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20. Dezember 2010, 08:49 Uhr

Ein spannender Augenblick auch für die 18 jungen Akteure dieses Filmprojektes. "Schließlich waren über 50 Gäste dabei, als der Countdown das erste Mal lief", erzählt Inken Balla von der Arbeiterwohlfahrt (Awo).

"Videoferien" nennt sich das Projekt, das es in diesem Jahr zum zehnten Mal gab. Träger sind die Sozialen Dienste der Awo. "Die Kinder und Jugendlichen hatten sich wieder ein spannendes Thema ausgesucht", sagt Balla. Erstmals produzierten die Akteure eine Fortsetzung zu einem Film des vergangenen Jahres.

Angelehnt an das Grimm`che Märchen, gehen Hans und Greta in Teil I, der 2009 gedreht wurde, in die Welt hinaus, um einen Job zu suchen, weil es in ihrer Heimat keine Arbeit gibt. "Es war nicht geplant, hat sich einfach so ergeben", sagt der Bützower Wolfgang Ehlers, in dessen Hände seit dem Jahr 2000 das Medienprojekt liegt. Anne Christens und Max Wichary, die wie im Vorjahr das Drehbuch geschrieben haben, hätten sich gefragt, wie es weitergeht mit den beiden Figuren. Und da gerade die Werbeaktion lief, dass junge Menschen nach Mecklenburg-Vorpommern zurückkehren sollen, ergab sich das Thema für die Fortsetzung der Geschichte fast von allein.

Unter welchen Voraussetzungen kehrt unsere Jugend zurück nach MV? Was würde unser Land attraktiv machen? Welche Dinge sind für die persönliche Lebensgestaltung wirklich wichtig? "Solche Fragen werden in dem Film beantwortet", sagt Inken Balla. Die Premierenbesucher hätten sich davon überzeugen können, dass sich die Kinder und Jugendlichen viele Gedanken gemacht hatten, um ihr Drehbuch interessant und inhaltsreich zu gestalten. "Die selbst entwickelten Dialoge waren sehr treffend und machten deutlich, was unserer Jugend wert und wichtig ist. Und das sind Dinge, die sehr wohl zum gesellschaftlichen Allgemeingut gehören, wie Familie, Freundschaft, persönliche Entwicklungschancen. Die oft so gepriesene Konsumorientiertheit gehörte nicht dazu", sagt Balla.

Die Gäste hätten beim Premierenbankett noch lange über die Situation der Jugendlichen in MV und darüber, wie die Erwachsenen den Boden für die nächste Generation bereiten, diskutiert.

Der Film "Hans und Greta - Die Heimkehr", unterstützt wurde von der Aktion Mensch, der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft und dem Berufsbildungsverein Bützow, werde auf der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses gezeigt. "Denn wer Jugendpolitik macht, sollte wissen, was Jugend will und wo wir auch auf die Unterstützung der Jugend rechnen können", sagt Inken Balla.

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