Preisexplosion am Wasserhahn - Ostvorpommern zahlen die höchste Rechnung, Wasserknappheit weltweit

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19. August 2008, 09:52 Uhr

Schwerin - Die Versorger bitten zur Kasse: Nirgendwo auf der Welt wird Unternehmern Wasser so teuer in Rechnung gestellt wie in Deutschland – 1,91 Euro je Kubikmeter. Während die Franzosen mit 1,27 Euro etwa ein Drittel weniger zahlen müssen, werden in den USA gar nur 47 Eurocent verlangt, geht aus einer gestern vorgestellten Analyse der Beratungsgesellschaft NUS Consulting hervor.

Auch für Privatkunden in MV variieren die Preise deutlich: Kostet der Kubikmeter 2007 in Grevesmühlen oder Schönberg gerade 86 Cent, sind es in Rostock 1,90, in Schwerin 1,87 Euro, ermittelte das Statistische Amt in Schwerin. Im Kreis Ostvorpommern werden mit 2,20 Euro die höchsten Preise verlangt – der Landesschnitt liegt bei 1,55 Euro.

Die Rechnungen für Private fallen deutlich höher aus als für gewerbliche Kunden, sagte NUS-Analyst Ralf Ridzewski. „Bundesweit sind bis zu vier Euro drin.“

NUS führt die horrende Kosten unter anderem darauf zurück, dass die Gemeinden die Preise festlegten und Einnahmen zur Subventionierung anderer Projekte verwandten. Keinesfalls, wies Reiner Kröger vom des Städte- und Gemeindetag MV die Kritik zurück.

Im Gegenteil: Die Bürgermeister seien eher versucht, die Preise zu drücken. Es würden nur kostendeckende Preise verlangt. Ein Ende der Preisspirale ist aber nicht erkennbar. Im deutschen Wasser- und Abwassernetz gebe es einen Investitionsbedarf von 600 Milliarden Euro, meinte Ridzewski. „Da kommt was auf uns zu.“

Für ein Fünftel der Menschheit ist Wasser knapp

Während die Deutschen über die Kosten streiten ist weltweit die Versorgung noch nicht einmal gesichert. Sauberes Wasser ist Mangelware, heißt es bei der gestern in Stockholm eröffneten Weltwasser-Woche, bei der 2500 Experten über den wachsenden Wassermangel debattieren.

Pro Tag sterben 6000 Menschen durch Wasserverschmutzung. Die Situation verschärfe sich. Bereits jetzt ist ein Fünftel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit betroffen, bis 2025 werden es 30 Prozent sein, wird geschätzt.

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