Postboten in eigener Sache auf Tour

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01. April 2008, 07:13 Uhr

Rostock - Für den Erhalt von 38,5-Stunden-Woche und Arbeitsplätzen streikten gestern etwa 220 Paket- und Briefzusteller der Post. Um halb zehn begann die Demonstration von der Schlesingerstraße zum Neuen Markt. „Dabei waren wir im Zustellertempo schneller als geplant“, so Lars-Uwe Rieck, Ver.di-Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Postdienste, Speditionen, Logistik. Die Briefkästen seien normal geleert worden, „doch in Rostock, Güstrow, Laage und Ribnitz-Damgarten sowie in Roggentin ist die Zustellung von Paketen und Briefen unterblieben“, sagt Thomas Ebeling von der Verdi-Betriebsgruppe Brief Neubrandenburg. „Etwa 100000 Briefe und 10000 Pakete wurden nicht an die Empfänger ausgeliefert.“

„Den Privatkunden stört das meist nicht so sehr, denn in den nächsten ein bis zwei Tagen bekommt er seine Post, doch Firmenkunden, die für termingerechte Lieferungen extra zahlen, trifft der Streik härter“, so Ebeling weiter.

„Wir lassen uns nicht ins Posthorn jagen“, spielte Lars-Uwe Rieck während der Kundgebung mit den Worten und protestierte gegen die Mentalität der Post AG, „den Hals nicht voll kriegen zu können“. Seit gestern ist der alte Tarifvertrag ausgelaufen. Damit besteht für die Angestellten kein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen mehr. Die Gewerkschaft fordert, diesen Schutz bis 2011 zu verlängern. Die Post hat eine Verlängerung bis Ende Juni angeboten. Außerdem fordert Verdi die Beibehaltung der 38,5-Stunden-Woche sowohl für Angestellte als auch für Beamte.

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