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Wittenberge: 1994 stahl ein Unbekannter die Geldbörse : Portemonnaie ist wieder da

vom

Vor 17 Jahren ist Tiepermann ihr Portemonnaie gestohlen worden. Jetzt hält sie die Geldbörse wieder in den Händen. Aber der Reihe nach. Es ist am Montag dieser Woche.

svz.de von
erstellt am 26.Mär.2011 | 04:11 Uhr

Wittenberge | Vor 17 Jahren ist Annemarie Tiepermann ihr Portemonnaie gestohlen worden. Jetzt hält sie die braune Geldbörse wieder in den Händen. "Bis auf die Geldscheine ist alles noch da", sagt die Geschäftsfrau. Aus der Erfahrung von 1994 könne sie nur jedem raten, auf seine Sachen sehr gut Obacht zu geben.

Aber der Reihe nach: Es ist am Montag dieser Woche. Das Telefon klingelt. Eine freundliche Stimme fragt nach Frau Tiepermann. "Ja, das bin ich", sagt die so Angesprochene. Die Dame am anderen Ende der Leitung ist von der Stadt. Sie sagt: "Auf dem Friedhof ist ihr Portemonnaie gefunden worden."

"Ich habe einen kleinen Schreck bekommen", bekennt Annemarie Tiepermann freimütig. "Sollte ich meine Börse verloren haben?" Nein, sie hat nichts verloren. Die Stadtmitarbeiterin meint nämlich sofort: "Die Börse lag wohl schon länger dort."

Schlagartig erinnert sich Annemarie Tiepermann jetzt an einen Frühlingstag 1994, der mit einem Schreck und viel Ärger endete.

"Ich bin vor 17 Jahren mit dem Auto zum Friedhof gefahren, weil ich Erde zur Grabstelle bringen musst. Die Tasche mit dem Portemonnaie habe ich extra im Auto gelassen, noch eine Decke drübergedeckt." Der Wagen war am Friedhofseingang im Gehrenweg geparkt. Als sie wieder wegfuhr, sei ihr nichts Besonderes aufgefallen, erinnert sich die Wittenbergern. "Erst als ich im Baumarkt Blumen bezahlen wollte, merkte ich, die Geldbörse war weg." Bei genauerem Hinschauen fanden sich dann auch die Einbruchspuren an der Hintertür des Autos.

Der Anzeige bei der Polizei folgte jede Menge Rennerei. "Ich hatte drei Kreditkarten in der Börse, meinen Personalausweis, den Führerschein. Die Konten haben wir sperren lassen. Ich musste mir einen neuen Ausweis und einen Führerschein machen lassen", erinnert sich Annemarie Tiepermann. Vor ihr liegt das große braune Portemonnaie, das sich 17 Jahre lang irgendwo auf dem Friedhof in der Erde befand. Bei Umgestaltungsarbeiten haben es jetzt Mitarbeiter gefunden. In der Geldbörse stecken noch die Kreditkarten, finden sich der alte Ausweis und die Fahrerlaubnis, eine Metrokarte und sogar ein Bonusheft. Der Dieb vor 17 Jahren hatte es nur auf die Geldscheine abgesehen. Im Kleingeldfach vorn stecken noch 12 Pfennig.

Dass Diebe Geldbörsen oder auch Taschen, nachdem sie sie durchsucht haben, einfach irgendwo auf dem Friedhof entsorgen, komme ab und an vor, weiß Betriebshofmitarbeiter Kurt Wolf. Er selbst haben auch schon Portemonnaies und Ähnliches gefunden. Alle Gegenstände werden dem dafür zuständigen Bürgerbüro übergeben.

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