Polizeichef gibt nach Konzert Rechtsextremer Versäumnisse zu

svz.de von
28. Oktober 2008, 08:08 Uhr

Schwerin - Nach einem Konzert rechter Bands mit mehr als 1000 Besuchern in Nordwestmecklenburg hat der Leiter der Polizeidirektion Schwerin, Knut Abramowski, am Dienstag Versäumnisse der Polizei zugegeben.

So habe es am Samstag keine Kontrollen der anreisenden Rechtsextremisten gegeben und Polizeikräfte seien zu spät an den Veranstaltungsort Mallentin gebracht worden, hieß es in einer Mitteilung.

„Fehlerhafter und nachlässiger Umgang“ mit Informationen aus dem Einsatzbereich der Polizeidirektion Schwerin hätten es dem Polizeiführer in Mallentin unmöglich gemacht, die Teilnahme des Rechtsextremisten Michael Regener zu erkennen.

„Wäre diese wichtige Information zum Polizeiführer gelangt, hätte es eine neue Lagebeurteilung gegeben, die auch zu einer Auflösung geführt hätte“, erklärte Abramowski. Zudem hätten alle Anstrengungen unternommen werden müssen, um die Anreise der Rechten zu verhindern, auch wenn der Ort der Veranstaltung erst kurz vor Konzertbeginn bekannt geworden sei. Das Konzert war kurzfristig von Hamburg in eine ehemalige Industriehalle in Mallentin verlegt worden.

Die Gruppe Antifa Wismar bezeichnete das Verhalten der Polizei als „Totalausfall“. Es habe sich bei der Veranstaltung um die größte rechte Feier gehandelt, die es bisher in Mecklenburg-Vorpommern gegeben habe.

Spätestens seit Freitag sei das Konzert Gesprächsthema in rechten Kreisen im Land gewesen. Tausende Rechte seien bundesweit darüber informiert gewesen. Sollten die Verfassungsschützer und polizeilichen Rechtsextremismusabteilungen dies nicht mitbekommen haben, stelle dies „ihre Profession doch sehr in Frage“, hieß es.

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