Politisches Schwergewicht mit lockerer Zunge

Joseph 'Joe' Biden. Foto: dpa
Joseph "Joe" Biden. Foto: dpa

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06. November 2008, 06:30 Uhr

Mit dem 65-jährigen Senator Joseph Biden als Vize hat der demokratische Spitzenkandidat Barack Obama vor allem auf Erfahrung gesetzt. Kaum jemand im Senat ist politisch ein derart "alter Hase" wie der Mann aus Delaware. Das gilt insbesondere für die Außen- und Sicherheitspolitik: Sie ist Bidens ausgesprochene Spezialität. Unzählige Auslandsreisen haben ihn mit Spitzenpolitikern in aller Welt bekanntgemacht.

Der studierte Jurist wuchs in einfachen Verhältnissen auf: Er stammt aus einer katholischen Arbeiterfamilie in Pennsylvania. 1973 zog er erstmals in den Senat ein - als fünftjüngster Senator in der US-Geschichte. Biden ist langjähriges Mitglied des Auswärtigen Ausschusses der kleineren Kongresskammer und derzeit Vorsitzender des Gremiums. Wie Obama ist er ein entschiedener Gegner des Irakkriegs. Allerdings hatte er 2002 zunächst im Kongress für die Genehmigung des Waffengangs gestimmt.

Schwere Schicksalsschläge
Biden gilt als brillanter, humorvoller Redner. Er ist aber auch ein Mann, den seine lockere Zunge bisweilen in große Verlegenheit bringt. Legende sind die Geschichten über Bidens zuweilen aufflammenden Jähzorn.

In diesem Jahr hatte Biden zunächst selbst die Präsidentschaftskandidatur angestrebt, blieb aber chancenlos und stieg frühzeitig aus. Bereits 1988 hatten ihn Plagiatsvorwürfe als Präsidentschaftsbewerber zu Fall gebracht. Privat erlitt Biden schwere Schicksalsschläge: Seine erste Frau und seine Tochter kamen 1972 bei einem Autounfall ums Leben. 1988 litt der Senator an einem lebensgefährlichen Gehirntumor.

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