Politiker warnen: Teschow hat ohne Feuerwehr zu wenig Löschwasser für schnelle Hilfe

Christian Seiler vor dem Teschower Löschteich. Foto: Steffen Oldörp
Christian Seiler vor dem Teschower Löschteich. Foto: Steffen Oldörp

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23. Juli 2008, 08:50 Uhr

Nordwestmecklenburg - Die Selmsdorfer CDU-Fraktion hat sich das heiße Thema auf ihre Fahnen geschrieben und pocht auf die Einhaltung von Vorschriften. Diese seien derzeit nicht erfüllt. Denn aus dem Leitungsnetz könnte im Ernstfall nicht genügend Löschwasser gepumpt werden. Grund: Der Rohrdurchmesser sei zu klein. „Wir benötigen mindestens doppelt so große Leitungen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Kniep. Das wären rund 150 Millimeter dicke Rohre.

CDU fordert Zisterne oder Ausbaggern des Teiches
Es gebe zwar Hydranten in Teschow. Doch die dienten eher der Trinkwasserspülung. Und der Löschteich sei inzwischen verlandet, habe an den meisten Stellen nur 20 Zentimeter Tiefe. „Nur vereinzelt sind es 50 Zentimeter“, behauptet Christian Seiler, ebenfalls von der CDU. Die Christdemokraten fordern deshalb das Ausbaggern des Löschteiches oder eine Zisterne mit dem Fassungsvermögen von 100 000 Kubikmeter Wasser.

Eine der beiden Möglichkeiten sei unbedingt notwendig. „Wir haben hier zwei Reetdachhäuser und diverse ,Plattendächer’ im Ort. Wenn die brennen, muss sofort Löschwasser vorhanden sein“, unterstreicht Seiler die Forderung. Und er verdeutlicht: „Als es die Feuerwehr hier noch gab, war alles in Ordnung. Durch die 2500 Liter im Löschfahrzeug war genügend Wasser für schnelle Hilfe im Ort vorhanden.“

Die Feuerwehr gibt es seit Januar nicht mehr. Sie wurde gegen den Willen der Brandschützer geschlossen. Als der Selmsdorfer Bürgermeister dann auch noch das dortige Feuerwehrhaus öffnen ließ und persönlich den Löschwagen nach Selmsdorf holte, war er für viele der ausgemachte Buhmann – und Teschow geriet landesweit in die Schlagzeilen.

Nun gibt es erneut Gesprächsbedarf in und um Teschow. Unter anderem im Ordnungsamt des Amtes Schönberger Land. Dort soll geprüft werden, wie es um den Brandschutz in Teschow wirklich bestellt ist.

Wehrführer Zabel: „Wasser aus Hydranten reicht.“
Selmsdorfs Wehrführer Daniel Zabel: „Es gibt genügend Hydranten. Das Wasser daraus reicht, um Wohnhausbrände zu löschen. Und dann ist da ja auch noch die Trave.“ Doch Löschwasser von dort zu fördern, erwidert der Teschower Christian Seiler, sei schwierig bis unmöglich. Die Leitungen müssten eineinhalb Kilometer lang gekuppelt werden. Und dann würden die Feuerwehrleute vor Büschen und Sträuchern stehen. Der Weg zur Trave sei nämlich zugewachsen.

Ein weiteres Sicherheitsrisiko für Teschow stellt nach Seilers Ansicht der Sandboden samt angrenzende Kiefernbestände dar. „Bei langen Trockenperioden, reicht ein Funke im Wald. Wenn dann noch die Windrichtung stimmt, ist die Gefahr groß, dass wir abbrennen“, meint Seiler.

Sein Parteikollege Karl-Heinz Kniep fügt hinzu: „Es kann nicht sein, dass wir eine der reichsten Gemeinden sind, zig hunderttausend Euro in den Bau des Gerätehauses investieren und Teschow dann im Regen stehen lassen.“

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