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Planungen für Investorenansiedlung in Schwerin : Politik forciert Decathlon-Ansiedlung

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Den Einzelhandelsstandort Schwerin stärken: Das will die SPD-Grüne-Stadtfraktion und möchte deshalb die Ansiedlung des Sportartikel-Anbieters Decathlon vorantreiben. Ein Antrag soll am Montag diskutiert werden.

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erstellt am 26.Jun.2011 | 04:32 Uhr

Grosser Dreesch | Den Einzelhandelsstandort Schwerin stärken: Das will die SPD-Grüne-Stadtfraktion und möchte deshalb die Ansiedlung des französischen Sportartikel-Anbieters Decathlon vorantreiben. Ein entsprechender Antrag soll am Montag in der Stadtvertretung diskutiert werden. Demnach soll die Oberbürgermeisterin den erforderlichen Bebauungsplan für die südliche Gartenstadt offenlegen, "weil damit die wirtschaftliche Aktivität der Landeshauptstadt Schwerin zwischen Rostock, Lübeck, Hamburg und Berlin weiter erhöht wird", so Fraktionsvorsitzender Daniel Meslien in der Beschlussvorlage. Ziel sei es, "die zeitnahe Ansiedlung" von Decathlon, aber auch weiterer Unternehmen aus den Bereichen Gartenbau, Unterhaltungselektronik und Baumarkt zu ermöglichen.

Decathlon bemüht sich schon seit Langem, auf dem Gelände der ehemaligen Rinderbesamungsstation zu investieren. An der Ludwigsluster Chaussee will der französische Sportartikelhersteller und -händler auf 2500 Quadratmeter Fläche eine Vollsortiment-Niederlassung eröffnen. Von Sportbekleidung über Angelzubehör bis hin zu Fahrrädern - alles bieten die Franzosen an, dabei 60 bis 80 Prozent Eigenmarken. Laut Daniel Meslien habe auch Saturn Interesse am Standort Schwerin bekundet. "Jede Wirtschaftsansiedlung in der Landeshauptstadt ist grundsätzlich zu begrüßen, da neben der Schaffung von Arbeitsplätzen auch Steuereinnahmen für unsere Stadt zu erwarten sind", argumentiert Meslien. "In diesem Fall handelt es sich um Einzelhandelsunternehmen mit einem hohen Attraktivitätsgrad, nicht zuletzt stellt Saturn einen Anziehungspunkt für junge Leute dar, die weite Strecken zurücklegen, um dort einkaufen zu können. Decathlon stellt eine breite Angebotspalette zur Verfügung, die bis in den Camping-Freizeitbereich reicht und bietet zudem eine Erlebniswelt durch das Prinzip ,Ausprobieren im Geschäft - dann kaufen an."

Ähnlich wie bereits in Rostock wehren sich die hiesigen Einzelhändler gegen die mögliche Decathlon-Ansiedlung. Die Angst: Billig-Konkurrenz am Stadtrand könnte den Einzelhandel in der Innenstadt schädigen. Verödung der City und Verlust von Arbeitsplätzen lauten die Stichworte. Ein Gutachten der Standortberatung Carsten Mainz bestätigt die Befürchtungen der lokalen Anbieter. Der von der Stadt vorgesehene Standort an der Ludwigsluster Chaussee - die äußerste Spitze der Neuen Gartenstadt - widerspreche dem Einzelhandelskonzept der Stadt, analysiert der Standortgutachter. "Das Decathlon-Format ist zu 100 Prozent zentrenrelevant gemäß der Schweriner Sortimentsliste", begründet der Gutachter. Eine falsch dimensionierte Ansiedlung würde aus seiner Sicht die mehr als 50 kleinen und mittelständischen, zum Teil sich in den ersten Jahren der Existenzgründung befindlichen, Sport-, Camping-, Fahrrad-, Angel- und Bootsgeschäfte in Schwerin und dem geplanten Einzugsgebiet vor existenzielle Probleme stellen, heißt es in der Analyse.

Doch der renommierte Sportartikelhändler aus dem Nachbarland würde auch Millionen investieren. Die Bereitschaft, dies in Ostdeutschland zu tun, ist offenbar groß. Heinz Kopp, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nord-Ost, geht davon aus, dass Decathlon deutschlandweit nach verschiedenen Standorten sucht. "Der französische Händler möchte ganz klar den deutschen Sportartikelmarkt erobern. Bislang gibt es in Norddeutschland nur eine Filiale in Bremerhaven", so Kopp.

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