Massiver Grenz- und Störerverkehr erwartet : Polen: Transitland zur EM 2012

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Fachleute, Fachkräfte und Experten des polizeilichen Dienstes, aus Politik, Wissenschaft und Sport aus den Staaten Mittel- und Osteuropas beraten heute und morgen in Polen Fragen der Sicherheit bei Großveranstaltungen.

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11. Oktober 2011, 11:34 Uhr

Rund 100 Fachleute, Fachkräfte und Experten des polizeilichen Dienstes, aus Politik, Wissenschaft und Sport aus den Staaten Mittel- und Osteuropas beraten heute und morgen im polnischen Gdingen (Gdynia) Fragen der Sicherheit bei Großveranstaltungen. Im Vorfeld sprach Hans-Joachim Guth mit Ingolf Mager, Direktor des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern.

Die heute in Gdingen beginnende Konferenz befasst sich vordergründig mit der Sicherheit bei Großveranstaltungen. Vor welchem Hintergrund kam ausgerechnet dieses Thema zustande?

Mager: Die Gewährleistung der Sicherheit bei Großveranstaltungen ist immer eine länderübergreifende Aufgabe. Bereits bei einem größeren Event, unabhängig davon, ob der Veranstaltungsort Danzig oder Waren an der Müritz ist, bedarf es aufgrund des internationalen Teilnehmer-Reiseverkehrs der Zusammenarbeit vieler Sicherheitsbehörden aus verschiedensten Ländern.

Zur Fußballeuropameisterschaft 2012 ist ein massiver grenzüberschreitender Personen- und damit auch Störerverkehr zu erwarten. Die besondere Bedeutung von Mecklenburg-Vorpommern als Transitland wird sich auch in einem Schwerpunkt des Reiseverkehrs westeuropäischer und skandinavischer Fans über die Grenzen unseres Bundeslandes widerspiegeln. Ein besonderes Problem in Bezug auf Fußballveranstaltungen stellt die Ultraszene dar. Die Gruppierungen sind weltweit aktiv und bereits über die Ländergrenzen hinweg gut vernetzt. Mit Hilfe des Internets werden zum Teil gewalttätige Aktionen abgesprochen und die "Erfolge" in entsprechenden Foren zur Schau gestellt.

Welche Aspekte, welche Erfahrungen kann MV in dieses hoch komplexe Thema einbringen?


Mecklenburg-Vorpommern kann in diesem Sachzusammenhang einige Erfahrungen vorweisen. Neben dem G8-Gipfel im Jahr 2007 in Heiligendamm, der die Polizei sicher im besonderen Maße gefordert hat, können wir auf einige weitere herausragende Veranstaltungen und Ereignisse verweisen und unsere Erfahrungen einbringen.

Die größte regelmäßige Veranstaltung in MV ist die Hanse-Sail, die jährlich im August stattfindet. Hier handelt es sich um ein Event mit Volksfestcharakter, bei dem die Polizei ihren Beitrag zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit leistet. Gemessen an der Besucherzahl von bis zu einer Million Menschen ist die Zahl der Störungen bzw. Straftaten hier jedoch gering. Anders verhält es sich hingegen bei Sportveranstaltungen. Hier liegt der Schwerpunkt der polizeilichen Einsätze auf der Gewährleistung der Sicherheit bei Fußballspielen. Herausragend dabei sind die Spiele des FC Hansa Rostock.


Rechnen Sie mit Veränderungen der polizeilichen Arbeit während der Euro 2012 - etwa mit Blick auf das Grenzkontrollregime?


Im Schengener Durchführungsübereinkommen wurde die Abschaffung der Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen festgelegt. Lediglich "im Falle einer schwerwiegenden Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder Inneren Sicherheit" können gemäß Artikel 23 des "Schengener Grenzcodex" die Passkontrollen an den Grenzen zu den anderen Schengen-Mitgliedsländern vorrübergehend wieder eingeführt werden. Über eine vorübergehende Einführung der Grenzkontrollen haben aber andere Stellen zu entscheiden. Die polizeilichen Maßnahmen werden im Rahmen rechtlichen Möglichkeiten jeweils anlassbezogen und ihrer Notwendigkeit entsprechend ausgeschöpft. Die bestehenden Strukturen der länderübergreifenden polizeilichen Zusammenarbeit haben sich in der Vergangenheit bewährt und werden stetig weiterentwickelt. Sie sind bereits weit im Vorfeld der Fußball-EM 2012 derart abgestimmt, dass die Sicherheit des anstehenden Großereignisses in Kooperation aller beteiligten Länder gewährleistet ist.


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