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Plauer Klinik setzt auf Ärzte aus Brasilien

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erstellt am 03.Jun.2010 | 08:01 Uhr

Plau am See | Es ist besiegelt: Die Kooperation des MediClin Krankenhauses in Plau am See mit der brasilianischen Universidade Federal de Santa Catarina (UFSC) wird weiter ausgebaut. Der jetzt unterzeichnete Vertrag ermöglicht Medizinstudenten von der anderen Seite der Welt, ihr Pflichtpraktikum in Plau zu absolvieren und hier Einblicke in das deutsche Gesundheitswesen zu erhalten.

Die Zusammenarbeit mit der UFSC hat der Plauer Oberarzt der Klinik für Neurologie Torsten Helberg initiiert. Er hat bereits selbst ein Jahr in Brasilien gearbeitet. Damals konnte er dort wichtige Kontakte zum Präsidenten der Neurologischen Gesellschaft von Brasilien knüpfen. "Als wir hier in Plau junge Assistenzärzte suchten, hab ich die Kontakte wieder aktiviert", sagt Helberg. Vertreter der UFSC um den stellvertretenden Rektor Prof. Felipe Felicio überzeugten sich daraufhin bei einem Besuch in Plau vom Qualitätsstandard des hiesigen Klinikums. Nun arbeiten bereits sieben Ärzte aus Brasilien im Plauer Krankenhaus. Weitere sollen folgen.

Mit der jetzt unterzeichneten Vereinbarung sollen auch brasilianische Studenten Gelegenheit erhalten, hier praktische Erfahrungen zu sammeln. Ein bis sechs Monate sollen sie in Plau tätig sein, an Visiten und OPs teilnehmen.

Zwei Studenten aus Südamerika haben bereits im Januar hier für sie völlig neue Erkenntnisse gewinnen können: "Ich nahm an Hand- und Schilddrüsenoperationen teil. Nie werde ich eine Handoperation vergessen. Während der OP wurde vom Chirurgen ein Mikroskop benutzt - etwas für mich extrem Neuartiges und Futuristisches", berichtet Joao Victor de Silveira Möller. Solche Eindrücke zeigen auch bei seiner Kommilitonin Wirkung: "Ich hoffe sehr, dass ich die Möglichkeit haben werde, mit größeren Kenntnissen und für einen längeren Zeitraum in das Krankenhaus zurückzukehren", sagt Camilla Broering De Patta.

Das wünscht sich auch die Kaufmännische Direktorin des Klinikums. "Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Assistenzzeit hier zu verbringen", sagt Annette Schäfer. Der Medizinernachwuchs wird dringend gebraucht. "Assistentzärzte kriegt man so gut wie gar nicht mehr auf dem Land", sagt Helberg. Auch in den Städten ist der medizinische Nachwuchs rar und Assistenzarztstellen unbesetzt, weiß der Oberarzt. "Und auch im Ausland ist es schwierig, Assistenzärzte zu bekommen", sagt Helberg.

Der Fachkräftemangel macht es nötig, neue Wege zu beschreiten. "Wir blicken über den Tellerrand und sind offen für andere Länder. Interessant ist für uns auch Fachpersonal aus dem Ausland", sagt Annette Schäfer. Einen weiteren Schritt in diese Richtung hat das Plauer MediClin Krankenhaus mit der Brasilienkooperation nun gemacht. "Sie soll auch dauerhaft mit Leben erfüllt werden", betont Annette Schäfer.

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