Plaudern im Galopp

Sehen und gesehen werden, auch das gehört zum Ostsee-Meeting. Während auf der Bahn hochkarätige Pferde um die Wette rannten, begegneten sich in den Zelten geladene Gäste – privat und geschäftlich.

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03. August 2008, 08:38 Uhr

Bad Doberan - Einfach nur im Stuhl sitzen und Kaffee trinken. Bei einem Anflug von Hunger mal zum Buffet gehen und dann wieder zurück. So minimal ist der Aufwand, den geladene Gäste im Ospa- oder VIP-Zelt hatten, um mit für sich wichtigen Personen ins Gespräch zu kommen. „Nirgends wo sonst ist das so leicht“, sagt Thomas Leuchert als Landrat von Bad Doberan. Zu 70 Prozent sei er deswegen beruflich da gewesen, zu 30 Prozent als Privatperson. Natürlich vermische sich beides.

Zum Beispiel im Geplänkel mit dem Rostocker Oberbürgermeister. „Wir haben Bad Doberan das Eröffnungsrennen gesponsert, jetzt kann der Landkreis etwas für uns tun“, flunkerte Roland Methling, der gerade erfahren hatte, dass der Ex-CDU-Vize Kay Mieske ihn künftig über den Bund für Rostock unterstützen möchte, weswegen er gerade aus der CDU ausgetreten sei.

Die Ostseesparkasse hatte ihr eigenes Zelt aufgestellt. „Wir wollen unseren Kunden einen entspannten Nachmittag bereiten“, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Berg. Privatkunden und Geschäftskunden saßen an den Tischen, kamen miteinander ins Gespräch. Für ihren Wetteinsatz brauchten sie das Zelt nicht verlassen. Die Ospa hatte sich eigene Annahme-Geräte besorgt. „Damit es für die Kunden bequemer ist und damit auch ordentlich geboten wird“, so Berg, der so den Rennverein unterstützen möchte.

Ein Zelt weiter saß am Tisch mit Frau Jeanette und Sohn Oliver ein Berliner Rostocker: Sänger Wolfgang Ziegler, an der Ostsee aufgewachsen, kam auf Einladung von Dirk Petersen, dem Verwaltungsrat des Doberaner Rennvereins. Der gab zum Besten, wann er zum ersten Mal von dem „Verdammt“-Sänger gehört hat. „1988 war ich in Ostberlin, eine Verkäuferin sagte mir, dass dieser Ziegler zur Zeit der Renner sei.“ Petersen hörte seine Lieder und war fortan Fan. Bis heute. Da war es ihm Recht, dass Ziegler einen Vorgeschmack auf sein neues Album „Alles und jetzt“ in der Tasche hatte. „Ich hab es aufgenommen mit meinem Sohn aus erster Ehe, wir hatten vorher lange nur spärlichen Kontakt.“
Als die Rennen gelaufen waren, saßen die Zieglers immer noch am Tisch. „Es ist ja auch wirklich schön hier.“

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