Vorbereitungen für den Bau des Rostocker Darwineums : Platz schaffen für die Affen

Wenn es nach Zoodirektor Udo Nagel geht,  toben die Affen hier ab 2012 im Freigehege. Auf der Fläche dahinter entsteht das 9 000 Quadratmeter große Gebäude des Darwineums.Geos
Wenn es nach Zoodirektor Udo Nagel geht, toben die Affen hier ab 2012 im Freigehege. Auf der Fläche dahinter entsteht das 9 000 Quadratmeter große Gebäude des Darwineums.Geos

Der Spatenstich ist ins Frühjahr 2011 verschoben worden, doch die Vorbereitungen für den Bau des Rostocker Darwineums laufen schon jetzt.

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03. Dezember 2010, 10:10 Uhr

Zunächst wurden die Baumaterialien, die auf dem Platz im Barnstorfer Wald lagerten, abtransportiert.
Nun ist der Mutterboden an der Reihe. Und als nächstes stehen Baumfällarbeiten an. Aus Sicherheitsgründen sei die rund zwei Hektar große Fläche bereits großräumig umzäunt worden, sagt Udo Nagel. Der Zoodirektor bedauert, dass Spaziergängern und Läufern dadurch rund 400 von 3200 Metern Weg verloren gehen. Doch der Zoo habe hier schon seit 1994 Erbbaurecht. Dieses Recht nehme er nun in Anspruch.

Denn: Im März 2012 sollen die Rostocker Menschenaffen in ein tropisches Paradies einziehen. "Der Neubau vereint Geschichte, Mensch und Tier unter einem Dach", sagt Nagel. "Es bietet eine einzigartige Kombination aus einer lebendigen zoologischen Sammlung und musealen Ausstellung."

Gorilla-Mann gründet eigene Familie

Am Eingang zum Darwineum von Galapagos-Schildkröten empfangen, sollen Besucher zunächst in die Bibliothek des Lebens gelangen. Dort zeichnet ein evolutionsgeschichtlicher Pfad die Entwicklung der Erde nach. Die Zeitepochen verstecken sich in Themenboxen, in die die Gäste abtauchen können. "Wir wollen Wissen realitätsnah, spielerisch und kommunikativ vermitteln", sagt der Zoodirektor. Weiter erfahren Gäste etwas über Charles Darwin, den Namensgeber der Einrichtung und Begründer der Evolutionstheorie.

Anschließend geht es in die Tropenhalle. Ein Waldweg führt vorbei an einer offenen Vogelvoliere für Exoten, einer Schildkrötenanlage und an Terrarien, in denen Gorillas und Orang Utans leben. "Wir versuchen, die Umgebung der Menschenaffen so naturgetreu wie möglich zu gestalten", sagt Zoo-Architekt Peter Rasbach, der das Projekt betreut. Mit dem neuen Gehege will der Tiergarten auch wieder stärker in die Zucht einsteigen. Gorilla-Mann Assumbo soll einige Weibchen zur Seite gestellt bekommen. "Wir hoffen, dass sie eine neue Familie gründen", sagt Nagel.

Als nächstes führt der Parcours in ein Labor, das Einblicke in die moderne Forschung gewährt. Ein begehbares Modell einer Stammzelle lädt die Besucher zum Experimentieren ein. Abgerundet wird der Komplex von einem Tagungszentrum, einem Kino, einem Shop und einer Gastronomie. Zudem sind die Ausstellungsbereiche von einer Außenanlage umgeben. Auch hier können sich die Affen tummeln.

Begleitkosten verursachen Defizit

Der Zoochef hofft, dass die neue Erlebniswelt Tausende Besucher zusätzlich anlocken wird. Denn die braucht der Tiergarten dringend. In diesem Jahr kamen 30 000 Gäste weniger als kalkuliert und er rutschte ins Minus. Für das Defizit von 470 000 Euro, das die Hansestadt auffängt, sind aber auch Begleitkosten für das Darwineum verantwortlich. Diese werden nicht gefördert und steigern vorübergehend den Bedarf. "Es gehört Mut dazu, ein solches Projekt aufzulegen", sagt Nagel. Dass dieses künftig von herausragender touristischer Bedeutung sein wird, steht für ihn jedoch außer Frage.

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