Planer specken A14-Trasse ab - Keiner trägt Mehrkosten von halber Milliarde Euro

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22. Juli 2008, 07:19 Uhr

Berlin/Schwerin - Die Länder wiegeln ab: 775 Millionen Euro sollte die 154 Kilometer lange Piste zwischen Magdeburg und dem Dreieck A24/A14 nahe Schwerin ursprünglich kosten. Jetzt wird sie eine halbe Milliarde Euro teurer. Durch die allgemeine Preisentwicklung, vor allem aber durch höhere Naturschutzauflagen seien die Kosten gestiegen, hatte die Planungsgesellschaft Deges festgestellt.

Der Bund steht in der Pflicht, die Mehrkosten zu tragen, stellte Harald Kreibich, Sprecher des Verkehrsministeriums in Sachsen-Anhalt, gestern die Position der Länder klar. Inzwischen jagt ein Krisengespräch das andere – bisher ohne Erfolg. Berlin lehnt ab.

Zwar beteuern Bund und Länder: Die A14 kommt. Die Autobahn sei eine wichtige Nord-Süd-Trasse im deutschen Autobahnnetz und wichtig für die Infrastrukturentwicklung im Osten, erklärte Ulrich Vetter, Sprecher des Verkehrsministeriums in Schwerin. Doch mit der nicht geklärten Finanzierung gerät der für 2009 vorgesehene Baustart erneut in Gefahr. Die Gespräche seien noch nicht beendet, hieß es im Bundesverkehrsministerium. Die Länder seien aufgefordert, einen detallierten Nachweis der Mehrkosten zu bringen.

Inzwischen gehen die Straßenbauer auf Sparkurs und denken über kostengünstigere Varianten nach. So müsse geprüft werde, ob beispielsweise alle vorgesehenen Rastplätze tatsächlich notwendig seien oder eine Tunnel oder eine kostengünstigere Brücke über den Mittellandkanal gebaut werden solle, sagte Kreibich. An der Trassenausstattung sei einiges verzichtbar. Selbst Auffahrten stehen auf dem Prüfstand, heißt es in der Straßenbauverwaltung.

Trotzdem ist der nächste Kostenstreit programmiert. Naturschützer haben bereits für die noch ausstehenden „konfliktreichen Planungsabschnitte wie etwa der Elbüberquerung Klagen angekündigt, die den Bau erneut verzögern könnten. Damit gerät auch die 40-prozentige Finanzierung der EU in Gefahr, da das Geld mit dem Auslaufen der jetzigen Förderperiode 2013 spätestens 2015/2016 verbaut sein muss.

Für den BUND ist deshalb bereits klar: „Die A 14 wird es nicht geben“, sagte Sachsen-Anhalts Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf. Die Autobahn sei weder „naturschutzfachlich genehmigungsfähig“, noch finanziell abgesichert.

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