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Schwerin : Pläne für Polizeigelände versanden

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Seit die Polizei ihr Domizil in der Amtstraße aufgegeben hat, sucht die Stadt Schwerin vergeblich Investoren für das etwa eineinhalb Hektar große Gelände. Für das Baudezernat ein idealer Ort für ein Kongresszentrum.

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erstellt am 02.Apr.2013 | 10:23 Uhr

Seit die Polizei im Jahr 2008 ihren Sitz in der Amtstraße aufgegeben hat und in die Graf-Yorck-Straße umgezogen ist, tut sich wenig auf dem etwa eineinhalb Hektar großen Gelände. Zurzeit dient die Fläche offiziell als Ausweichparkplatz für die Anwohner der Bergstraße, die voraussichtlich bis 11. August Baustelle ist. Während das Bauprojekt in den benachbarten Waisengärten immer mehr Form annimmt, liegen die Zukunftspläne für die Fläche in der Amtstraße brach: Ein Tagungs- und Kongresszentrum, ein Kurhotel oder doch hochwertige Wohnanlagen, wie sie zurzeit nebenan in den Waisengärten entstehen? Entweder war das Gelände schwer zu vermarkten oder die Pläne der Stadt waren zu hoch gesteckt. Zumindest verlief eine europaweite Ausschreibung des ehemaligen Polizeigeländes "im wesentlichen nicht erfolgreich", wie Schwerins Baudezernent Wolfram Friedersdorff im Jahr 2010 zugeben musste. "Der Platz ist aus unserer Sicht aber ein idealer Ort für ein Tagungs- und Kongresszentrum." Zumal ein entsprechendes Angebot mit 500 bis 1000 Plätzen in Schwerin bislang fehle. In der nächsten Runde wurde ein Planungsbüro aus Lübeck beauftragt. Das Ergebnis: Auf Grundlage der Ideen für die Parkplatzsituation und die Einbindung des denkmalgeschützen Gebäudes, sollte die Ausschreibung wiederholt werden. Schon zu diesem Zeitpunkt wurden Zweifel laut, dass Schwerin angesichts hoher Leerläufe in bestehenden Hotels, kein weiteres Angebot benötige. Sollten sich die ehr geizigen Pläne für ein Tagungshotel an der Amtstraße nicht umsetze n lassen, bliebe als Al ternative immer noch hochwertiger Wohnungsbau - in City-Nähe und direkt am Wasser, so der Baudezernent. Unterdessen trieb die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern (LGE) als Besitzerin des Gartenareals eine eben solche Neubebauung der ehemaligen Waisengärten nebenan voran. Mit ihr stampften die Stadtwerke auch Pläne für eine Geothermie-Anlage aus der Erde. Geplant ist ein Tiefen-Geothermie-Projekt, das Heizung und Warmwasserbedarf ins Fernwärmenetz der Stadtwerke einspeist.

Das heizte 2011 auch die Träume der Verwaltung neu an. Die geförderte Sole könnte für ein Thermalbad genutzt werden. Die Stadt sei mit einem Investor aus Österreich im Gespräch, der Möglichkeiten für eine private Kurklinik in Schwerin sondiere und sich mit Sole aus der Tiefe und Moor aus Grambow einen attraktiven Kurbetrieb vorstellen könne, berichtete Friedersdorff. Geplant war ein Moor- und Sole-Kurbad mit 240 Betten. Doch der Investor sprang alsbald wieder ab. Hintergrund der Absage war wohl der Denkmalschutz des letzten, einst von der Polizei genutzten Gebäudes. Es hätte einem Kurhotel "im Wege gestanden". Bis Ende dieses Jahres parken jetzt erst einmal Autos auf dem Polizeigelände. Und die Nachfrage nach Wohnungen in den Waisengärten könnte die Stadt letztendlich doch dazu bewegen, auch auf dem Gebiet in der Amtsstraße auf Wohnungen umzuschwenken.

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