PKK-Kämpfer verschleppen drei deutsche Bergsteiger in der Türkei

Der Ararat ist ein ruhender Vulkan von 5165 Meter Höhe in der östlichen Türkei nahe der Grenze zu Armenien und dem Iran. Er ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Bergsteiger. Foto: Jean et Nathalie/ flickr.com/ creative commons attribution 2.0 generic
Der Ararat ist ein ruhender Vulkan von 5165 Meter Höhe in der östlichen Türkei nahe der Grenze zu Armenien und dem Iran. Er ist ein beliebtes Ziel für Touristen und Bergsteiger. Foto: Jean et Nathalie/ flickr.com/ creative commons attribution 2.0 generic

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09. Juli 2008, 01:34 Uhr

Istanbul - Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat nach offiziellen Angaben drei deutsche Bergsteiger in der Türkei entführt. Sei seien zusammen mit zehn anderen auf dem Berg Ararat in der Osttürkei unterwegs gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu den Gouverneur der gleichnamigen Provinz. Die Entführung habe am Dienstagabend stattgefunden.

Bei den in der Türkei entführten deutschen Bergsteigern handelt es sich um eine Reisegruppe aus Bayern, sagte Franz Eder vom Münchner Reiseanbieter seb-tours der dpa. Er habe zur Zeit keinen Kontakt zu der Gruppe. Der deutsche Reiseleiter habe die Gruppe nur bis zum Dienstag begleitet, dann habe ein türkischer Kollege wie vorgeschrieben den Aufstieg der Bergsteiger auf den Ararat begleitet.

Die Bergsteigergruppe hat nach Angaben des Provinzgouverneurs in 3200 Metern Höhe mit Genehmigung der Behörden ihr Camp aufgeschlagen. Dort seien die Bergsteiger von vier PKK-Kämpfern überfallen worden. Drei Deutsche seien verschleppt worden. Die Grenzpolizei habe eine großangelegte Suche eingeleitet. Die zehn anderen Mitglieder der Gruppe seien zu einer Polizeistation gebracht worden, sagte der Gouverneur.


Hintergrund: Die PKK - Kampf für einen eigenen Kurdenstaat
Die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Dabei hat sie auch Anschläge in Touristengebieten verübt. Bislang hat der Krieg zwischen dem türkischen Militär und der PKK, die unter verschiedenen Namen auftritt, bis zu 37 000 Menschen das Leben gekosten - darunter türkische Soldaten, PKK-Kämpfer und Zivilisten. Tausende Dörfer wurden verwüstet, hunderttausende Kurden flohen vor dem Terror in andere Landesteile. Westliche Geheimdienste schätzen die Gesamtzahl der PKK-Kämpfer auf bis zu 5000.


Der Große Ararat ist mit 5165 Metern der höchste Berg der Türkei und ein beliebstes Ziel von Bergsteigern.
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